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Von P. Rafael Alonso
Am 25. Jänner 2006 überreichte
Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. der ganzen Kirche seine erste Enzyklika „Deus
Caritas Est“. In ihr erklärt uns der Heilige Vater das die
eigentliche christliche Liebe sich als Apape Kommunion, Dienst
und uneigennützige
Liebe sieht.
Falls Mamie irgendwie anders war, so war es wegen ihrer Fähigkeit
zu lieben.
Während dem Gebet fragte sie einmal unsere Mutter Gottes: „Geliebte
Maria, keine Art an Leiden ist mir im Leben erspart geblieben, Ich hatte
sie alle, körperliche, moralische und geistliche Leiden.“.
Und sie erzählte mir, wie sie in ihrem Herzen folgende Antwort Unserer
Mutter vernahm, die ihr sagte: „Ja, meine Tochter, so hat es der
Herr gewollt, damit du all jene verstehen lernst, die mit ihren Leiden
zu dir kommen werden.“.
Ohne Zweifel war Mamies Fähigkeit zu trösten mehr als
bemerkenswert. Alle, die mit irgendwelcher Art von Leiden zu
ihr kamen, empfingen wahrhaftigen Trost. Und das Eigenartigste dabei
ist, dass sie keine dieser Trostworte
verwendete, die wir von so vielen Menschen hören können.
Mamie wusste die leidende Person vor ihre Verantwortung zu stellen, diese
Leiden anzunehmen und zu akzeptieren. Und sie tat das nicht
aus der Haltung desjenigen, der nicht litt und für den Leidenden ganz einfach Trostworte
finden wollte. Sie tat es von ihrer Erfahrung heraus, die dem Schmerz des
Leidenden ähnlich war.
So sah ich sie Menschen trösten, die kurz davor standen von ihrem
Ehepartner verlassen zu werden. Da war ein Ehepartner, der Angst davor
hatte, nach Hause zu gehen, da es die reine Hölle war. Es gab Menschen,
die kurz davor standen, das Augenlicht zu verlieren, die an Arteriosklerose,
an Krebs, an den psychischen Problemen eines Familienmitglieds, an wirtschaftlichen
Problemen, usw. litten.
Nach und nach kommen mir unzählige Personen ins Gedächtnis, die
alle zu ihr eilten, ein jeder mit seinen Einschränkungen und Leiden.
Ich sah, wie sich Mamie dem Rollstuhl einer kranken Nachbarin näherte,
die bereits unfähig war, sich alleine auf den Beinen zu halten,
ihr tief in die Augen sah und sagte: „Meine Tochter, wie sehr dich doch
der Herr liebt. Könntest du doch sehen, wie sehr dich der Herr liebt.
Komm schon, beschwere dich nicht mehr und opfere es auf, denn der Herr
litt noch viel mehr für dich.“.
Diese waren keine Worte, die von einer geistlichen und körperlichen
Kraft stammten, sondern Worte, gefüllt mit Verständnis und
Hochachtung vor dem Leiden des Mitmenschen.
Als ich nun die Enzyklika des Heiligen Vaters las, kam mir die Figur Christi in
den Sinn, die als Gott der Barmherzigkeit erscheint, und die Figur so
vieler Christen, die ein heiliges Leben führten, diese Vielzahl
unbekannter Christen, die lebendig vor Gott stehen, und unter denen sich
auch die Figur
unserer Schwester Mamie befindet.
©HM Nr. 23
Mai - Juni 2006
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