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Sr. Paqui Morales, S.H.M.
Dieses junge Mädchen namens Marta wuchs in einer wahrhaftig katholischen
Familie auf. Sie war jung, kannte Gott, liebte Ihn, suchte seinen Willen
und folgendermaßen gehorchte Ihm auch. Hört man, dass ein
Jugendlicher religiös ist und seinen Glauben lebt, so denkt man
oftmals, dass er altmodisch und langweilig ist und keine Ahnung hat,
wie man das Leben so richtig genießt. Doch ist das keinesfalls
so.
1992 war Marta 22 Jahre alt und absolvierte
ihr
letztes Jahr in Journalistik, mit dem Spezialgebiet Bild und Ton. Sie war ein
sehr hübsches Mädchen
voller Enthusiasmus und Freude. Sie wünschte sich aus ganzem Herzen
die Journalismuswelt in eine etwas reinere Atmosphäre umzugestalten.
Außerdem genoss sie das Leben und wusste auch, wie man das auf
gesunde Weise tut, denn sie war jung, kannte den großen Schatz,
den sie in sich trug, nämlich die Reinheit, und wollte sie auf keine
Weise verlieren.
Marta verstarb am 21. Jänner, Festtag
der hl. Agnes, Märtyrerin
der Reinheit. Die Umstände sahen folgendermaßen aus: Da Marta
bereits während einigen Tagen vermutete, von jemanden verfolgt
zu werden, ließ sie sich von einem Freund nach Hause fahren. Ihr
Mörder
erwartete sie in der Garageneinfahrt, gegenüber dem Lift, wo er
von der Straße aus nicht gesehen werden konnte. Er entführte
sie und brachte sie auf ein offenes Feld, wo er sie zu missbrauchen versuchte.
Marta verteidigte sich mit all ihren Kräften während geraumer
Zeit. Ihre Fingernägel waren abgebrochen und auf dem ganzen Körper
waren von einem metallenen Gegenstand herbeigeführte Schläge
sichtbar. Laut Polizei und Gerichtsmediziner leistete Marta bis zum letzten
Augenblick Widerstand. Vierzehn Messerstiche waren notwendig, um ihrem
Leben ein Ende zu machen. Durch ein Wunder starb Marta
jungfräulich. Während dem Gerichtsverfahren
gegen den Mörder, sagten einige junge Mädchen, die ebenso von
ihm vergewaltigt worden waren, aus, dass er sie „nur“ vergewaltigte,
weil sie keinen Widerstand leisteten. Aber Marta zog dem Verlust
ihrer Jungfräulichkeit den Tod vor. Laut der Aussagen der
Gerichtsmediziner erlitt Marta einen schrecklichen und sehr schmerzvollen
Tod, da ihr Mörder
auf schreckliche Weise seine ganze Wut an ihr ausließ.
Seit diesem Ereignis sind nun vierzehn Jahre vergangen. Und wo unglücklicherweise
die Tugend der Reinheit immer
weniger geschätzt und selbst lächerlich
gemacht wird, ist Marta auch weiterhin für die Jugendlichen von
heute ein Vorbild. Das, wofür dieses zweiundzwanzigjährige
Mädchen ihr Leben gab und selbst dazu bereit war, ein wahres Martyrium
zu erleiden, verlieren andere Jugendliche beinahe unbewusst, aufgrund
von Unbedachtheit, fehlender Bildung, Egoismus, schwachem Willen, Unwissenheit
darüber, was die wahre Liebe ist, da es Mode ist, usw.
Viele Jugendliche meinen die Reinheit im Augenblick des Verlustes der
Jungfräulichkeit zu verlieren, doch ist es nicht so. Die Reinheit
ist etwas unglaublich Großes, jedoch ebenso Zerbrechliches, das
selbst bei gewissen Blicken, Worten, Gesten, Haltungen, Gedanken… verloren
gehen kann. Nur die Starken, die dazu bereit sind, eine harte Schlacht
gegen die „Welt“ und einem selbst zu führen, sind fähig,
diese Tugend zu bewahren. Sie ist die Tugend jener, die sich selbst in
der Hand haben und somit fähig sind, sich vollständig und freiwillig
Gott zu schenken, indem sie sich Gott vollständig weihen oder indem
sie eine Familie gründen.
Woher nahm Marta diese Kraft, auf solch heldenhafte Weise zu sterben?
Es herrscht absolut kein Zweifel darüber, dass jemand, der eine
Handlung dieser Größe verrichtet, die die menschlichen Kräfte
völlig übertrifft, die dafür benötigte Kraft von
Gott empfangen hat. Marta lebte ein sehr starkes geistliches
Leben, hatte einen geistlichen Leiter und ihre tägliche Gebetszeit. An der Seite
Jesu war es, wo sie sich stärkte und ohne Zweifel lernte sie über
den Wert der Reinheit von der Hl. Jungfrau Maria.
Auf Martas Grabstein steht geschrieben: „Denn hier sind wir nur
auf Durchreise.“ Diesen Satz schrieb sie eine Woche vor ihrem Tod
in einem Artikel der Tageszeitung ABC.
Marta lehrt uns dieses Leben mit dem Blick auf den Himmel zu leben.
©Zeitschrift HM º 24Juli/August 2006
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