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Von P. Rafael Alonso
Eines Tages erklärte mir Mamie: „All unsere Reisen führen
zu Wallfahrtsorten unseres Herrn und unserer Mutter oder zu irgend einem
Heiligen.“
Und so war es auch.
Alle Reisen die Mamie und ich unternahmen, waren für die Begegnung
mit dem Heiligen, das heißt, dem Bedeutsamen, dem Grundsätzlichen
bestimmt. Doch diese Reisen führten uns nicht nur zu spanischen
Wallfahrtsorten, sondern selbstverständlich auch in anderen Ländern.
Als ich eines Morgens darüber nachdachte, wie der nächste Artikel über
Mamie aussehen sollte, so dass er auch unsere Leser interessieren würde,
erhob ich mich nach einer Weile vom Stuhl und dachte mir: „Warum
erzähle ich nicht ganz einfach von all den Orten, die Mamie und
ich besucht haben?“ Heilige Stätten sind stets Orte der Gnaden,
der Bekehrung und des Erkennens des Transzendentalen. Es gibt Menschen,
die ihre Freizeit mit Picknicken, mit verschiedenen Sportarten, mit Videos,
mit Freunden, mit Beislbesuchen, mit Diskobesuchen oder ganz einfach
mit dem „dolce far niente“ verbringen. Indessen wünschen
und unternehmen wir überzeugten Christen, wie auch so viele, die uns
schon vorausgegangen sind, unsere Pilgerreisen zu Kathedralen oder Wallfahrtskappellen.
Ohne Probleme könnte ich jetzt eine erschöpfende Liste aufzählen.
Die Häufigkeit der Besuche war völlig unter-schieddlich. In so
manch einer Heiligstätte, wie zum Beispiel die Heiligstätte Unserer
Lieben Frau von Lourdes, waren wir mehr als vierzig Male, um dort vor der
Grotte zu beten. Andere Heiligstätten besuchten wir nur sporadisch,
je von den Umständen abhängend, wie zum Beispiel die Heiligstätte
von Valvanuz (Kantabrien). Andere Male wiederum handelt es sich um eine
Gemütsabhängige Pilgerreise, wie jene, die wir in die Pfarre
der Reinigung (La Tizna) in Jerez del Marquesado der Provinz Granada unternahmen,
dem Ort, an dem ich getauft wurde. Oder jene Pilgerreise zum Brunnen
der hl. Reinalda in Saintes (Belgien), wo Mamie im Alter von 21 Jahren auf
wunderbare Weise von ihrer Blindheit geheilt wurde. Zu dieser Zeit besaß sie
noch keinen Glauben.

Weiters besuchten wir den Marienwallfahrtsort Unsere Liebe Frau
von Covadonga, den Pilar von Saragossa, Santa Maria Maggiore in Rom, Unsere
Liebe Frau
von Guadalupe (Caceres), das Kloster des Heiligen Petrus von Alcantara,
die Pilgerstätte Bienaparecida in Kantabrien, Alba de Tormes, um dort
das Herz und den Arm der hl. Theresia von Avila zu verehren. Lisieux, um
die Reste der hl. Therese vom Kinde Jesu zu verehren. Den Petersdom
im Vatikan, die Kathedrale von Toledo, die Kathedrale von Sevilla und die
Kathedrale von Burgos, den Heiligen Christus von Limpias (Kantabrien),
die Burg vom hl. Franz Xaver (Navarra), Loyola, wo der hl. Ignatius zur
Welt kam, Unsere Liebe Frau von Monserrat (Barcelona), die Fuencisla (Segovien)
und das Grab des hl. Johannes vom Kreuz, das sich in derselben Stadt befindet.
Die Klöster hl. Josef und Fleischwerdung in Avila, Unsere Liebe Frau
vom Feld in Talavera de la Reina, Fatima (Portugal). Und so könnte
ich mit einer langen Liste von Heiligstätten, Klöstern, Kathedralen
und Wallfahrtskappellen fortsetzen, zu denen wir fuhren, um die Gegenwart
Gottes und der Heiligen zu suchen.
Diese Erfahrungen stellen ein wundervolles Wissen und ein außerordentliches
Vermächtnis dar, dass ich bis ans Ende meiner Tage aufbewahren werde.
Hiermit möchte ich alle Leser dazu auffordern, zu diesen oder anderen
Wallfahrtsorten zu pilgern, um bei Möglichkeit den vollständigen
Ablass zu erhalten, wie es zum Beispiel zurzeit in Santo Toribio de Liebana
(Asturien) möglich ist, oder um sich ganz einfach von Gott berühren
zu lassen und in der Stille die Stimme dessen zu hören, der in der
Nähe ist.
Nur der Demütige, der sich vor Gott verneigt und Ihn mit Ehrlichkeit
sucht, kann das wahrnehmen, was Gott für jene bereitet hat, die Ihn
lieben.
©Zeitschrift HM Nr. 26 November/Dezember 2006
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