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Noelia Gómez, Geschichtestudentin
der Universität Complutense und Mitglied von „Heim der Mutter
der Jugend“ in Spanien, erzählt uns über ihre Erfahrung,
die sie dieses Jahr während der drei Sommertreffen der Mädchen
in den Vereinigten Staaten machen konnte. Weiters war es ihr möglich
die Universität Ave Maria in Florida zu besuchen, in der die Diener
und die Dienerinnen des Heims der Mutter ihre apostolische Arbeit verrichten.
Diesen Sommer verbrachte ich sechs Wochen mit der Schwesterngemein-
schaft Dienerinnen des Heims der Mutter, die in Napels (Florida) stationiert
ist.
Der Grund war in erster Linie das Land kennen zu lernen und an den Sommertreffen teilzunehmen. Die ersten drei Wochen verbrachte ich in verschiedenen
Gebieten im Osten der USA, genauer gesagt in Cherry Lake (Florida), Pennsylvania und New
Hampshire. Während dieser Zeit konnte ich feststellen, dass
die Jugendlichen viel mehr zuhören, als es oftmals scheint. Sie
sind äußerst empfänglich, stellen Fragen und wünschen
mehr über Gott zu wissen. Viele von ihnen haben zum Beispiel niemals
eine Aussetzung des Allerheiligsten Sakraments gesehen und hatten keine
Ahnung, worum es dabei ging. Während diesen Sommertreffen wurden
verschiedene Bildungsthemen, wie die Beziehung zu Burschen auf vertrauenswürdige
Weise, die Würde der Frau, das Gebet, usw. durchgenommen und eigenartigerweise
hatten einige der Mädchen noch nie zuvor über diese Themen sprechen
gehört.
Sie waren unglaublich darüber überrascht, zu sehen, dass diese
Dinge ganz anders betrachtet werden können, als sie für gewöhnlich
hören. Zum Beispiel die Idee über Spanien oder selbst über
Europa, die Bräuche, die in vielen Aspekten völlig unterschiedlich
sind, die Nahrung, die Zeitpläne, etc. Doch das Eindrucksvollste dieser
Erfahrung war für mich zu erkennen, dass sowohl dort als auch
hier das menschliche Wesen stets dasselbe anstrebt, das heißt, der Wunsch
nach mehr Dingen, um ein bequemeres Leben zu führen und um glücklich
zu sein.

Darüber nachdenkend wurde ich mir bewusst, dass wir bei einem dieser
Treffen viele Dinge genossen. Wir schliefen in kleinen Hütten mit
Betten, konnten das Essen auswählen, hatten Zugang zu einem schönen
großen See, Boote, Kajaks verschiedener Arten, usw. Bei anderen Treffen
wiederum erfreuten wir uns aufgrund der Umstände viel weniger Bequemlichkeiten,
wir hatten zum Beispiel wenige Duschen, mussten auf dem Boden schlafen
und um baden zu können, mussten wir vorerst einen angenehm langen
Fußmarsch zurück- legen. Doch während dieser Zeit stellte
ich fest, wie die Mädchen sich in den einfacheren und ärmeren
Umständen gegenseitig viel mehr halfen, erkannten sie doch die Nöte
der anderen viel besser. Sie lernten, dass es möglich ist mit viel
weniger Dingen auszukommen und, dass die Mühen und Leiden Gott aufgeopfert
werden können.
Immer wieder überraschte mich die Haltung der Mädchen Gott gegenüber.
Von den Treffen in Spanien oder anderen Aktivitäten für Mädchen
bin ich gewöhnt, dass sie für gewöhnlich bezüglich
Gott alles zu wissen denken, außerdem meinen sie sehr gut zu sein,
erfüllen sie ja die Zehn Gebote. In Amerika wiederum waren die Mädchen
stets darum be- kümmert mehr über Gott zu erfahren, um in erster
Linie sich selbst und danach ebenso andere formen zu können.
Außer den Sommertreffen, hatte ich noch die Möglichkeit, die
Universität Ave Maria in Florida zu besuchen. Der Empfang war einfach
großartig. Die Leute kannten mich alle als das „Dirndl” der
Schwestern. Einige der Student strengten sich unglaublich an, sich mit
mir zu unterhalten, sprachen sie auch kein Wort spanisch. Sie interessierten
sich über mein Land, meine Universität, die Mitglieder vom Heim
der Mutter…
Während meinem Aufenthalt auf dem Campus half mir sehr die Tatsache
zu sehen, wie viele Jugendliche die Kommunion empfingen, die Kapelle war
doch täglich voller Studenten. Ich verspürte eine eigenartige
Freude, zu wissen, dass an gewissen Orten noch immer mit dem Bedürfnis
zur Messe zu gehen oder der Kirche näher zu sein gelebt wird. Immer
wieder kam mir der fehlende Glaube so vieler Jugendlicher Europas und generell
auf der ganzen Welt in den Sinn. Sie schließen sich in sich selbst
ein und wollen schon nichts mehr wissen, befürchten sie doch, dass
dies ihr Leben komplizierter machen könnte. Sie wissen, dass das Kennen
lernen der Wahrheit ihr Leben verändern wird und so ziehen sie es
vor, ihr eigenes Leben so fortzusetzen wie es ist, ist es doch viel einfacher
und viel behaglicher auf diese Weise. Sich von dem leiten zu lassen, was
einem gefällt ist stets viel einfacher. Als ich mit einigen Jugend-lichen
darüber sprach, erkannte ich, dass wir einer Meinung waren. Ist
das bequeme Leben auch viel einfacher, so hilft ihnen das anspruchsvolle
Leben
viel glücklicher zu sein und einen Gott kennen zu lernen, der stets
mit uns ist.

Als ich jetzt wieder auf die Universität in Spanien zurückgekehrt
war und in die Kapelle ging, sah ich kaum zwei oder drei Studenten darin,
manches Mal sogar keinen einzigen. Die Vereinigten Staaten gesehen
zu haben hilft mir zu verstehen, dass es noch immer Menschen gibt, die
zuhören, und dass
es sich auszahlt, sich auch weiterhin in dem Umfeld anzustrengen, in dem
wir uns täglich bewegen. Sehen die Jugendlichen, die nicht
anders sind als ich, meine Art zu leben und meine klaren Ideen, so müssen
sie ihr Leben in Frage stellen, behaupten sie auch, schon alles zu wissen.
Denn ein Refrain sagt: „Ein Bild spricht mehr als tausend Worte.“ Ein „Bild“,
das Bild all jener, die wir ein kohärentes Leben zu führen versuchen,
muss mehr als viele Worte sagen. Während dieser Reise bin ich mir
bewusst geworden, dass wir nicht alleine sind, sondern, dass es viele Menschen
gibt, die auf unserer Seite stehen und wie wir leben.
©Zeitschrift HM Nr. 26 November/Dezember 2006
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