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Es ist nicht einfach darüber zu schreiben, wie ich das kennen lernte, was in meinem Leben so wichtig war. Ich möchte mit einem Erlebnis beginnen, das ich während einigen Schweigeexerzitien hatte, als ich über das Heim der Mutter nachdachte. Ich hatte jenens Szene des Kalvarienberges vor meinen Augen, als Jesus am Kreuz hing, wobei Er von seiner Mutter Maria und dem hl. Johannes, dem Jünger den Er liebte, begleitet wurde. Und zwar jenen Augenblick, als Er seine Mutter dem hl. Johannes „schenkt“. Dieser Augenblick war für mich ebenso der Augenblick der Geburt des Heims. „Das Geschenk, das der Herr seiner Mutter machen möchte.“ Hier war es, wo ich den Sinn „Geschenk zu sein“ entdeckte. Vom Kreuz her schenkt uns der Herr das Größte, das Einzige und das Wichtigste, das Er in diesem so schmerzhaften Augenblick besitzt: seine Mutter. Im hl. Johannes sehe ich die ganze Jugend widergespiegelt. Für mich entspringt das Heim dem Kreuz, wo es zum Geschenk der hl. Jungfrau wird.

Nun gut. Gott bewegte alle „Fäden“ damit ich im Februar 1997 nach Cuenca ziehen konnte, um dort Sozialarbeit zu studieren. Dem ersten Jahr konnte ich erst während der ersten Halbzeit beitreten, da ich zuerst noch in England einen Informatikkurs abschließen musste, zu dem ich mich verpflichtet hatte. Als ich darüber informiert wurde, dass für diesen Kurs nur noch auf der Uni-Cuenca Plätze frei waren, machte es mir nicht gerade allzu viel Illusion, hatte ich doch bereits andere Zukunftspläne geschmiedet.

In Cuenca angelangt, suchte ich nach einer Pfarre, in der ich bei der Katechese und, falls möglich, bei Caritas mithelfen konnte, jedoch zur selben Zeit das Wochenende frei hätte. Grund war mein Freund, den ich sehr liebte, und natürlich mit ihm meine Freizeit verbringen wollte. Nicht rein zufällig hatten die meisten Pfarren, in denen ich nachfragte, ihre Katechese ausschließlich am Wochenende. Gott hatte bereits alles vorbereitet.

Im ersten Jahr fiel ich in Soziologie durch und da ich bereits daran gewöhnt war, vereinbarte ich mit der Professorin einen Termin, um über die Prüfung zu sprechen. Sie erklärte mir, dass ich die beste Schülerin des Kurses um die Nieder-schriften zu bitten hätte, wollte ich durchkommen. Es handelte sich um eine Estela Morales. Laut der „Angaben“ konnte es keine andere als die vom Heim der Mutter sein. Aufgrund ihres „Aussehens“ und da ich bereits mit anderen gottgeweihten Menschen Kontakt hatte, bekam ich den Eindruck, dass auch sie diesen Weg eingeschlagen hatte. Ich war mir sicher, dass ich genau die Pfarre kennen lernen würde, die ich suchte. Und so war es auch. Estela befand sich in einer Pfarre, in der es mir möglich war während der Woche Katecheseunterricht zu geben.

Estela und Rosi (Sr. Rosi) zogen mich unglaublich an und überraschten mich immer wieder, waren sie doch stets fröhlich, während die restliche Klasse bereits müde und zornig in die Schule kam. Sie schenkten uns allen ein Lächeln und kamen stets singend in den Unterricht. Für mich waren sie „ein Zeichen des Widerspruchs“. Ich liebte sie!

Gleich nachdem ich Estela um ihre Niederschriften gebeten hatte, lud sie mich zu einer Pilgerreise nach Rom ein, die die Jugendlichen des Heims unter-nahmen, um den Heiligen Vater zu sehen. Sie hatte keine Ahnung davon, dass gerade dies, den heiligen Vater zu besuchen, mein größter Wunsch war. Doch da die Pilgerreise während den Sommerferien stattfand, antwortete ich ihr mit einem „ich kann nicht“, musste ich doch bei meinem Freund sein. Doch war es auch so, überraschte es mich unglaublich, dass sie mich einlud, ohne mich tatsächlich zu kennen.

Die Prüfung legte ich erfolgreich ab, weshalb ich ihr nun die Niederschriften wieder zurückgab, wobei ich ihr aus ganzem Herzen dankte. Doch sie dankte augenblicklich Gott. Ich muss zugeben, dass mich alles, was sie über Gott sagten, unglaublich anzog, weshalb ich mich sooft wie möglich mit ihnen zu treffen versuchte, hatte ich auch Angst wie sie zu enden.

So war ich mit ihnen bei einigen Einkehrtagen, bei denen ich P. Rafael und die Schwestern (eine sehr attraktive und wundervolle Gemeinschaft) kennen lernte. Nach dem Sommerlager und einem Sommer, während dem viele Dinge immer wieder dieselbe Frage aufkommen LieBen: „Und warum nicht auch Berufung?“, trat ich am 3. Mai 1999, dem Muttertag, dem Heim der Mutter der Jugend bei. Für mich war es ein unglaublich wichtiger Tag. Immer besser erkannte ich, dass ich in meinem Leben vieles zu ändern hatte und gewisse Dinge ebenso lassen musste, unter diesen auch meinen Freund. Hatte ich einen wichtigen Schritt zu machen, so war die selige Jungfrau stets an meiner Seite und ist es auch noch immer. Einer dieser Schritte war eben, Gott sei Dank, meine Beziehung mit meinem Freund abzubrechen, war sie eben von Gott nicht gewollt.

Niemals im Leben hatte ich über die Möglichkeit nachgedacht, den Weg des Ordenslebens einzuschlagen, doch war ich niemals dagegen. Und so trat ich am 8. Dezember 1999 als Kandidatin der Dienerinnen des Heims ein. Mit ihnen verbrachte ich einige sehr wichtige und wundervolle Jahre, die ich niemals vergessen werde. Doch nach einer langen Überlegungszeit und vielen Gebeten verstand ich, dass mich Gott nicht zum Ordensleben, sondern zum Eheleben rief. Gott bedient sich aller „Mittel“, damit wir mehr nach Ihm und nach dem Himmel dürsten. Seit diesem Augenblick lebe ich mit einem brennenden Wunsch so „heilig“ zu sein, wie Gott mich haben möchte, wohin auch immer Er mich führt. Die Mutter Theresa von Kalkutta sagte: „Wo auch immer wir uns befinden was auch immer wir tun, das Wichtigste ist Jesus Christus zu gehören.“ Und wie die hl. Theresa vom Kinde Jesu erklärte, wenn sie davon sprach, „der kleine Spielball“ des Herrn zu sein, der einmal in dieser Ecke und ein anderes Mal in jener Ecke liegt, wie auch immer der Göttliche Wille es wünscht. Wie glücklich bin ich doch und wie sehr mich doch der Herr liebt! Noch dazu hat mir die selige Jungfrau das Geschenk gemacht, im Heim der Mutter derzeit vollständig für Sie arbeiten zu können. In ihrem Namen fahre ich ganz Spanien ab, um die Gründung „EUK-Mamie” bekannt zu machen und all das Material zu verteilen, dass wir für die Kinder und die Jugendlichen produzieren.

Ich kann einfach nicht damit aufhören, Gott für das Heim der Mutter und seiner allerseligste Mutter zu danken. „Der Herr hat Großes an mir getan und ich bin überglücklich…“.

©Zeitschrift HM Nr. 27 Januar/Februar 2007

 

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