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Stephanie ist 20 jahre alt und ist
Theologiestudentin der Universität AVE Maria in Naples, Florida. Vom Herrn dazu bewegt
fing sie das so genannte “Chastity Team” Keuschheitsteam
an, um auf diese Weise zu dieser Tugend und der wahren Liebe unter den
Jugendlichen zu führen.
Grüß Gott, Stephanie!
Stephanie, hast du deinen Glauben schon immer gelebt?
Gemeinsam mit meinen Geschwistern genoss ich in eine katholische Erziehung.
Meine Mutter versicherte sich, dass wir stets die Sakramente empfingen
und jeden Sonntag zur Messe gingen, waren wir auch schon älter. Die
Entdeckung des Glaubens und der Liebe, die Christus für mich hat fand
jedoch außerhalb meiner Familie statt. Dank der großen Barmherzigkeit
und Mitleid Gottes hat Er mich zum Heim der Mutter geführt, wo ich
den größten Teil meiner Glaubensbildung erhielt.
Wann und wo hattest du die Eingebung, ein Keuschheitsteam zu gründen?
An erster Stelle sei unser Herrn und unsere Mutter dafür gelobt und
gepriesen, haben sie mir doch diese Idee eingegeben. Ich bin nur ein Instrument,
das Gott wählte, um dieses Apostolat durchzuführen. Seit dem
Augenblick, an dem ich zum ersten Mal die Tugend der Keuschheit entdeckte,
fühlte ich mich von dieser unglaublich angezogen. Im Kindesalter noch
las ich über das Leben der hl. Maria Goretti. Ihr heldenhafter Märtyrertod
in so zartem Alter, um ihre Keuschheit zu bewahren, überraschte und
inspirierte mich. Von da an versuchte ich alle Bücher, die ich über
die Keuschheit oder die Reinheit bekommen konnte, zu lesen. Ein weiterer
Grund meiner Unruhe, diese Tugend bekannt zu machen, ist die Erfahrung
aus meiner Kindheit in meiner Familie. Ich war noch sehr klein, als sich
meine Eltern scheiden ließen, weshalb mein Vater in meinem Leben
nicht wirklich eine bedeutende Rolle spielte. Später, bereits in meiner
Jugendzeit sah ich mich mit der Situation konfrontiert, dass meine ältere
Schwester mit sechzehn schwanger war. All dies rief in mir ein sehnsüchtiges
Langen nach der wahren Liebe hervor. Durch die zerbrochene Ehe meiner Eltern,
das Fehlen eines Vaters und das Verhalten meiner Schwester erkannte ich,
dass wir uns im Grunde genommen alle nach Liebe sehnten und diese auch
suchten. Indem ich meine Familie so sehr leiden sah und Zeuge der Folgen
dieser Entscheidungen war, entschied ich mich die Art an Liebe und Glück
zu suchen, die mir nur Christus schenken konnte. Ich wurde mir bewusst,
dass ich nur in Christus und durch die Tugend der Keuschheit sicher leben
konnte. Nur in Ihm entdecke ich meine wahre Würde als Kind Gottes.
Johannes Paul II. sagte: „Die Keuschheit ist der sichere Weg zum
Glück.“
Gott hat dieses Apostolat in mein Herz gelegt und ich bin mir darüber
völlig sicher, dass mich Gott dazu rief, es ebenso durchzuführen.
Das Keuschheitsteam ist ein Mittel, um meine Berufung, nämlich das
Bekannt machen der Keuschheit und der wahren Liebe zwischen den jungen
Leuten, vollständig auszuleben.
Was ist die Keuschheit?
Laut dem Katechismus der Katholischen Kirche bedeutet die Keuschheit „die
geglückte Integration der in ihm angelegten Lebens- und Liebeskräfte
unversehrt zu bewahren. Diese Unversehrtheit sichert die Einheit der Person.“ (KKK
2338) Unsere Geschlechtlichkeit ist ein zentraler Teil unseres Wesens.
Sie hat damit zu tun, wie wir unsere Wünsche kanalisieren. Keinesfalls
unterdrückt die Keuschheit unsere Geschlechtlichkeit, viel mehr umfasst
sie sie auf die Weise, wie Gott es möchte. „Keuschheit bedeutet,
Kraft zu besitzen, unsere Geschlechtlichkeit im Einverständnis mit
dem Plan Gottes zu verwenden.“ (Jason Evert) Es handelt sich um einen
Lebensstil, der unsere Wünsche zum Guten ordnet und unser Herz, unsere
Seele und unseren Leib schützt. Sie bedeutet anzuerkennen, dass wir
nach dem „Abbild Gottes“ geschaffen wurden und unsere Würde
zu verteidigen haben. „Die Keuschheit ist eine sittliche Tugend.
Sie ist auch eine Gabe Gottes, eine Gnade, eine Frucht des Geistes. Der
Heilige Geist schenkt den im Wasser der Taufe Wiedergeborenen die Kraft,
der Reinheit Christi nachzustreben.“ (KKK 2345)
Kann man sagen, dass der keusche Mensch wahrhaftig liebt?
Wer sich
ausschließlich auf die Suche nach Vergnügen macht,
konzentriert sich hauptsächlich darauf, was ihm der andere geben
kann, während der keusche Mensch die andere Person in seiner Ganzheit
umarmt. Die Keuschheit bereitet das Herz darauf vor, auf wahrhaftigere
und authentische Weise zu lieben.
Welche Mission hat das Keuschheitsteams?
Genau gesagt gibt es drei Hauptmissionen. Erstens, durch unsere Art zu
kleiden, unser Reden und unser Handeln die Keuschheit in unserem persönlichen
Leben zu eben. Zweitens, das gegenseitige Helfen als Team, während
der Studienzeit für die Reinheit von Geist, Leib und Seele zu kämpfen.
Drittens, durch unser Beispiel die Tugend der Keuschheit in unserer Gemeinschaft,
ganz besonders unter den Jugendlichen, gekannt und geliebt zu machen.
Das Ziel des Keuschheitsteams ist die Verbreitung der Botschaft der Schönheit
und der Würde Kinder Gottes zu sein und die Wichtigkeit der Keuschheit,
um diese Schönheit zu schützen, unter den jungen Leuten.
Wie viele Studenten gehören dem Keuschheitsteam an?
Seit wir vor zwei Jahren das Keuschheitsteam gründeten, nehmen stets
zwischen 20 und 50 Studenten aktiv an der Gruppe teil.
Weshalb treten die Studenten dem Keuschheitsteam bei?
Es gibt viele unterschiedliche Gründe dafür. Der häufigste
Grund ist, dass sie sich von Gott dazu gerufen fühlen, an diesem besonderen
Apostolat teilzunehmen. Die Mehrheit der Studenten wünscht deshalb
diese Tugend zu verbreiten, da sie in der aktuellen Gesellschaft ihre Notwendigkeit
erkennen. Viele von ihnen sind von diesem Apostolat begeistert, da sie
anderen Jugendlichen helfen möchten, indem sie mit ihnen ihre eigenen
Kämpfe um die Reinheit teilen. Ein weiteres Motiv, das die Studenten
dazu bewegt, dem Keuschheitsteam beizutreten, ist ihr Wunsch mehr über
die Wichtigkeit der Keuschheit zu lernen und aus welchen Gründen diese
Tugend von unserem Glauben gelehrt wird. Beinahe alle Studenten verspüren
einen starken Wunsch in dieser Tugend zu wachsen und sehen das Keuschheitsteam
als Stütze und Instrument, diese Tugend zu leben.
Welche Bedingungen werden gestellt, um dem Team beitreten zu können?
Es werden verschiedene Aktivitäten unternommen, an denen die Mitglieder
des Keuschheitsteams teilnehmen müssen. Alle vierzehn Tage haben wir
Gruppentreffen, die das öffentliche Teamgebet an die selige Jungfrau
einschließt. Weiters organisieren wir Aktivitäten, Vorträge,
Zeugnisse, besprechen ein Zitat oder eine im Thema der Woche passierte Überlegung.
Jeden Montagabend haben wir eine Stunde Anbetung vor dem Allerheiligsten
Sakrament, wo wir für die Tugend der Keuschheit in unserem eigenen
Leben, auf dem Uni-Gelände und auf der ganzen Welt beten. Jeden Donnerstagabend
beten wir vor den Büros der „Familienplanung“, in denen
ihre Gruppentreffen für Jugendliche stattfinden, bei denen ihnen gratis
Verhütungsmittel angeboten werden und „Sexualkunde“ gelehrt
wird, den Rosenkranz und den Barmherzigkeitsrosenkranz. Freitagabends beten
die Burschen des Keuschheitsteams vor Büchereien und Videotheken,
in denen Pornographie verkauft wird, den Rosenkranz und den Barmherzigkeitsrosenkranz.
Das Jahr über werden ebenso Ereignisse mit geistlichen Elementen wie
Konferenzen, Kinoforen und Kaffees organisiert. Sehr bald schon hoffen
wir Einkehrtage für Schüler anbieten zu können.
Im Februar organisieren wir die „Woche der Liebe“, die während
der neun Tage vor dem Valentinstag stattfindet. Die Idee dieser Woche ist
die Aufmerksamkeit vom falschen Konzept der Liebe dieser Welt abzulenken,
um sie zur Wahrheit zu führen, die Christus, Quelle aller Liebe ist,
der durch den höchsten Liebesakt für uns am Kreuz starb. Wir
versuchen mittels Konferenzen, verschiedenen Veranstaltungen, Videos und
einer Herz Jesu Novene die falsche Wahrnehmung der Liebe zu ändern.
Am Valentinstag opfern die Mädchen die Heilige Messe für die
Männer auf und am Abend organisieren die Burschen auf dem Uni-Gelände
für die Mädchen eine Prozession mit dem Allerheiligsten Sakrament.
Im Frühling organisieren wir „Bild“. Es handelt sich dabei
um eine anständige, saubere Modeschau, die die wahre Bedeutung des
Wortes „Bild“ hervorhebt. Sie soll unser Bewusstsein über
die Kraft, die Schönheit und die Würde des Menschen stärken.
Während dieser Aufführung wird sehr stark über die Bibelstelle
im Genesis nachgedacht, wo geschrieben steht, dass wir nach dem „Abbild
Gottes“ geschaffen wurden.
Heutzutage möchte man von Keuschheit gar nichts wissen und sehr oft
wird sie selbst ins Lächerliche gerückt. Woher nimmst du die
nötige Kraft, um deinen Glauben zu leben?
Aus der Heiligen
Eucharistie. Meine erhabenste Gnaden- und Kraftquelle inmitten einer Welt,
die die Keuschheit verabscheut, ist Jesus. Scheint
mir das Fortsetzen unmöglich oder fühle ich, dass ich völlig
alleine kämpfe, so gibt mir die Eucharistie die Motivation. Tag
für Tag stelle ich mich dem Versuch der Welt, mich zu betrügen
und meine Sicht der Liebe zu verändern, gegenüber. Doch die
wahre Liebe meines Himmelsvaters zu kennen führt dazu, dass die
Lust dieser Welt als völlig unzufriedenstellend und nichtig erscheint.
Die Eucharistie, und die Liebe, die sie ausstrahlt, ist das einzig wirklich
zufrieden stellende.
Welche Elemente würdest du als grundsätzlich beschreiben,
damit ein junger Mensch in Keuschheit zu leben vermag? Und warum?
P. Colm, Diener des Heims der Mutter, spricht immer wieder über
die „Vier-Nicht-Verhandelbaren“, die auf dem Weg der Heiligkeit
und für die Tugend der Keuschheit keinesfalls fehlen dürfen.
Diese vier Punkte sind die Hl. Messe, die tägliche Anbetung des Allerheiligsten
Sakraments, der tägliche Rosenkranz und die häufige Beichte.
Gott schenkte uns die Sakramente gerade deswegen, um uns dabei zu helfen,
in Heiligkeit zu leben. Wir dürfen uns keinesfalls damit betrügen,
indem wir uns als stark genug glauben, die Versuchungen gegen die Keuschheit
alleine zu überwinden. Wir benötigen die Hilfe der Gnade Gottes,
die Er uns stets bereithält und ebenso gibrt, bitten wir Ihn darum.
Immer wieder müssen wir auf die selige Jungfrau und dem hl. Josef
als Vorbilder in dieser Tugend sehen. Sehr wichtig ist ebenso, sich Freunde
zu suchen, die ebenso für die Heiligkeit und das Behalten dieser Tugend
kämpfen. Wir müssen von TV-Programmen, Videos, Musik und Zeitschriften,
die die Unreinheit und die Lust vermarkten, radikal Abstand nehmen. Unser
Geist, unser Leib und unsere Seele müssen mit den Dingen Gottes gefüllt
sein. Wir müssen uns stets in der Nähe unseres Herrn und unserer
Mutter befinden, um die nötigen Kräfte zu erhalten, die uns inmitten
des Druckes der heutigen Kultur die Tugend der Keuschheit zu leben ermöglichen.
Hat euer Keuschheitsteam auch Schutzpatrone? Wenn ja, welche und
warum habt ihr sie ausgewählt?
Das Keuschheitsteam ist durch ihre besondere Marienverehrung gezeichnet.
Wir haben alle unsere Mitglieder und Missionen ihrer mütterlichen
Obhut anvertraut. Wir betrachten unsere Mutter als unser höchstes
Vorbild der Keuschheit und Reinheit. Danach haben wir als Schutzpatrone
den hl. Joseph und die hl. Maria Goretti. Ich wählte den hl. Joseph
deshalb, da er als keuscher Gatte unserer Mutter ein wundervolles Beispiel
an Keuschheit und Reinheit ist. Und so, wie die selige Jungfrau Maria das
Vorbild der wahren Weiblichkeit und Mütterlichkeit ist, so ist der
hl. Joseph das Vorbild der wahren Männlichkeit und Vaterschaft. Gemeinsam
geben sie uns das perfekte Bild einer heiligen Familie. Weiters wählten
wir die hl. Maria Goretti, da sie die Patronin der Jugend und der Tugend
der Keuschheit ist. Danach kam noch meine große Verehrung für
sie hinzu. Ich glaube nämlich, dass ihre radikale Liebe zu Gott und
ihr einzigartiger Wunsch der Reinheit und Unschuld für die heutige
Jugend und Gesellschaft sehr wichtig sind.
Was würdest du den Jugendlichen über die Keuschheit erklären?
Wir
leben in einer Kultur, die ununterbrochen vom Sex, von der Pornographie
und der Unanständigkeit umgeben wird. Die fehlende Keuschheit zerstört
Ehen und Familien und erniedrigt die Menschwürde. Doch vor allem
zerstört sie die wahre Liebe, die Liebe seiner selbst, die Liebe
unter uns Menschen und die Liebe zu Gott. Die Keuschheit ruft zur geordneten
Liebe auf. Wir alle wurden mit einem angeborenen Wunsch zu lieben und
geliebt zu werden geboren.
Die Liebe und das Glück, das du suchst, kannst du einzig allein
in Gott finden. Gott muss deine erste Liebe und das Zentrum deines Herzens
sein. Glaub doch all die falschen Versprechungen dieser Welt nicht. Gott
liebt dich! Gib dich doch nicht mit weniger als mit dieser großen
Liebe zufrieden, die er für dich bereithält!
Für die Jugendlichen: „Wünschst du von einem Menschen
respektiert und vielleicht sogar geliebt zu werden, so musst du ihm zeigen,
dass du dich respektierst und deine Würde vor Gott erkennst.“ (Jason
Event)
Für die Jugendlichen: „Gott hat als Pflicht eines jeden Mannes
die Würde einer jeden Frau zugeteilt.“ (Johannes Paul II.) „Die
Welt von heute benötigt dringend Männer, die keine Angst davor
haben, Edelmänner zu sein, Männer, die wissen, was Mann zu
sein bedeutet und sich für dieses Joch an Verantwortung bereit erklären,
Männer, die die Frau beschützen, anstelle alle möglichen
Formen zu suchen, um sie ihrer Unschuld zu berauben.“ (Jason Event)
©Zeitschrift HM Nr. 27 Januar/Februar 2007
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