| |

Dieser Artikel bedeutete für mich ein
durchaus schwieriges Unternehmen, hatte doch das Heim in erster Linie
für mich selbst und danach für meine ganze Familie eine tiefgreifende
Auswirkung.
Wie bereits viele von euch wissen bin ich seit 21 Jahren mit Cynthia verheiratet.
Aus unserer Ehe entstammen drei wundervolle Kinder. Sr. Kristen,
die in die Gemeinschaft „Dienerinnen des Heims der Mutter“ eintrat; Laura, die ihr erstes Jahr auf dem Thomas Aquinas College in Santa Paula,
Kalifornien, absolviert; und Sarah, die 17 Jahre alt ist und ihr vorletztes
Jahr auf dem Gymnasium ablegt. Ich selbst bin ein nomadischer Manager.
Ich lernte das Heim im Sommer 1999 kennen. Meine Familie
und ich besuchten die Gemeinschaft, um der Ablegung der Gelübde einiger Dienerinnen
in Priego (Spanien) beizuwohnen. Auf dem Rückweg nach Barcenilla,
wo ebenso das Sommertreffen der Mädchen stattfinden sollte, hatten
wir das freudige Erlebnis eines geplatzten Reifens. Obwohl der Kleinbus
voller schlafender Mädchen war, gelang es mir den Reifen so ziemlich
schnell problemlos zu wechseln. Am nächsten Morgen fragte mich P.
Rafael über unser Reifen-abenteuer und erklärte, dass er den
kaputten Reifen gerne sehen würde. Als ich ihm diesen zeigte, schnappte
er ihn blitzschnell, rannte zu seinem Wagen, warf ihn in den Kofferraum
und fuhr zur nächsten Werkstatt, um ihn reparieren zu lassen. Diese
Szene ist ein kleines Beispiel davon, wie das Heim der Mutter ist und wie
ich es seither unzählige Male wiederholt beobachten konnte. Hier sei
noch schnell gesagt, dass der Name Dienerinnen und Diener äußerst
angebracht ist. Wie die Bibel in Markus 10,44-46 sagt, sind wir hier um
zu dienen und nicht um bedient zu werden. Und ich kann euch versichern,
dass es viel einfacher ist dies zu sagen, als es tat-sächlich zu leben. Gleichwohl habe ich das Zeugnis des Heims angenommen und versuche
es nun auf ähnliche Weise in meinem Leben zu leben.
Als wir uns nach diesem Sommer-treffen auf nach Madrid machten, standen
sie alle vor dem Haus, um uns zu verabschieden. Es war das erste von vielen
weiteren Malen, dass ich das Heim wie eine Familie handeln und
funktionieren sah. Für uns alle waren diese Augenblicke ein
sehr beeindruckendes Ereignis.
Im Jahr 2000 nahmen wir zum ersten Mal bei den jährlich vom Heim orga-nisierten
Ostertreffen in Priego (Spanien) teil, seit dem wir kein einziges zu verpassen
versuchen. Jedes Jahr befanden wir uns an einem anderen Ort, da uns P.
Rafael um unsere Mithilfe bat, diese Treffen ebenso in den Vereinigten
Staaten zu organisieren. Dieses Jahr 2007 werden wir die Osterwoche in
Florida (USA) verbringen. Jede Oster-woche ist anders und äußerst
berührend (leider Gottes können jetzt nicht alle erwähnt
werden). Vor allem die Osterwoche des Jahres 2003 hat für mich einen
besonderen Wert. P. Rafael sprach über eine Gemeinschaft in Brasilien,
die er kurz zuvor kennen gelernt hatte. Es handelt sich dabei um Laien,
die ihr ganzes Leben für den Dienst in der Gemeinschaft zur Verfügung
stellen, indem sie die unterschiedlichsten Arbeiten und Aktivitäten übernehmen,
wie sie ihnen von den Oberen der Gemeinschaft zugewiesen werden. Von solch
einer Hingabe Beispielen zutiefst berührt, fühlte ich mich dazu
gerufen, dasselbe für das Heim zu tun, was ich schließlich auch
während 15 Monaten im Jahr 2003 und 2004 tat. Für mich war es
eine unglaublich fruchtreiche Zeit, ist es doch für einen Manager,
der an ein ständiges Befehlen gewöhnt ist, etwas sehr Neues,
muss er plötzlich tun, worum er gebeten wird. Was mich während
dieser Zeit etwas frustrierte waren meine schlechten Spanisch-Kenntnisse.

Ein weiterer Segen war, im März vergangenen Jahres nach Ecuador reisen
zu können, wo die Dienerinnen ihre Missionsarbeiten verrichten. Mein
ganzes Leben lang bin ich nun auf der ganzen Welt herumgereist, doch diese
Reise nach Ecuador öffnete mir meine Augen wieder, als ich so viel
Leiden, Not und Mangel an Grundsächlichsten für das Leben sah.
Die Dienerinnen arbeiten unermüdlich unter sehr, sehr schwierigen
Bedingungen. Ich bitte euch darum, für sie zu beten und ihnen so gut
wie möglich bei ihrer Arbeit zu helfen.
Wie ich bereits erwähnt habe, ist auch meine Tochter Kristen eine
Dienerin des Heims. Meine Frau und ich sind über ihre Berufung sehr
glücklich, und doch geht meine Beziehung mit dem Heim über diese
Berufung hinaus. Die Diener und Dienerinnen des Heims leben das Evangelium
und sind ein wundervolles Zeugnis Jesu Christi, weshalb ich mich auch vom
Heim so angezogen fühle und in allen Dingen so gut wie möglich
unterstütze.
©Zeitschrift HM Nr. 28 März/April 2007
|