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Meinen ersten Kontakt
mit dem Heim der Mutter hatte ich vor sieben Jahren. Ich hatte gerade eine harte
Zeit, weshalb ich wieder zu meinem Glaubensleben zurückgekehrt war.
Wie ich so die Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit entdeckte und
mich von dieser stark angezogen fühlte, durchlebte ich eine
wahre Bekehrung, bei der ich auf ganz persönliche Weise die unendliche
Liebe Gottes erfuhr, die Er für einen jeden einzelnen von uns übrig
hat. Dies brachte mich auf einen völlig anderen Weg, als
ich bis zu diesem Augenblick zurückgelegt hatte. Ich war so sehr meines
Lebens müde, dass ich sogar Selbstmord-gedanken hegte und nicht zu
erklären
wusste weshalb. Blicke ich jetzt zurück, so erkenne ich, dass der
Grund in der Falschheit und der Leere meines Lebens lag, das ich in der
Illusion
und Lüge lebte, die uns die Welt vorgaukelt und wir oftmals ohne
zu überlegen mit beiden Händen umarmen. Ich war völlig
verloren und ohne Leben. Gott holte mich aus diesem schwarzen Loch wieder
heraus, weshalb ich Ihm aus ganzem Herzen dankbar bin.
In diesem Kontext, einige Monate nach meiner Bekehrung, bei der ich ebenso
den Ruf Gottes verspürt hatte, Ihm mit meinem ganzen Leben zu dienen,
lernte ich P. Rafael, P. Felix und P. Colm kennen. Sie befanden
sich gerade auf einer Englandreise, um dort das Heim der Mutter vorzustellen. Einer meiner Freunde beher-bergte sie in seinem Haus und lud mich ein,
sie dort kennen zu begrüßen.
Als ich bei ihm ankam war sein Wohnzimmer bereits mit Menschen gefüllt.
P. Rafael und P. Colm saßen auf der Couch, weshalb ich mich ihnen
gleich näherte, um mit ihnen sprechen zu können. Von
diesem Gespräch erinnere ich mich noch an folgende Worte P. Rafaels: „Ich
kann dir ein Leben der Armut mit dem armen Christus, ein Leben der Keuschheit
mit dem keuschen Christus, ein Leben des Gehorsams mit dem gehorsamen
Christus und das Kreuz anbieten.“ Niemals hatte ich
jemanden so direkt und mit solcher Kraft über das Ordensleben sprechen hören. Ich hörte mit großer Begeisterung zu und erklärte ihm,
dass dies genau das war, was ich suchte. Es schien mir, als wäre
dieses Zusammentreffen die Antwort auf all meine Gebete.
Während der Osterwoche dieses selben Jahres noch besuchte ich das
Heim der Mutter in Spanien. Zur selben Zeit befand sich ebenso eine irländische
Pilgergruppe dort, an die ich mich anschloss und auf diese Weise täglich
einen anderen Pilgerort ansteuerte. Es waren einfach wunderschöne
Tage und ich liebte die Familienatmos-phäre, die man dort einatmete.
Noch immer erinnere ich mich bestens an eine Predigt von P. Rafael, die
von seinem dynamischen Geist sehr deutlich geprägt war. Er erzählte
uns Don Boscos Traum, bei dem ihn die selige Jungfrau bat, einen Dornentunnel
zu durchqueren. Er schleppte sich über die Dornen, was keinesfalls
einfach war, weshalb die Mehrheit seiner Begleiter auf halben Weg kehrt
machten und wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrten. P. Rafaels Predigt
ging über die Beharrlichkeit. Danach sprach er noch darüber,
dass wir uns niemals unterkriegen lassen dürfen. Eine Predigt,
die für mich sehr prophetisch war, wie sich später herausstellte.
Als ich wieder zuhause angelangte, wollte ich sobald wie möglich
wieder nach Spanien zurückkehren, um in die Gemeinschaft der Diener
einzutreten, doch erkrankte ich und konnte so meine Pläne
nicht verwirklichen. Trotzdem blieb ich noch während einiger
Zeit mit dem Heim der Mutter in Verbindung, indem ich mit P. Colm im Briefkontakt
stand. Der Gedanke,
dass die Brüder ununterbrochen für mich beteten, half mir sehr
viel. Dessen ungeachtet sah ich zu, dass ich stets beschäftigt war
und so arbeitete ich während zwei Jahren als freiwilliger Helfer
in einem Obdachlosenheim der Legio Maria. Bei dieser Arbeit lernte ich
die Gemeinschaft Cenacolo kennen, die von der italienischen Schwester
Elvira Petrozzi gegründet wurde, um der verlorenen Jugend von Heute
zu Hilfe zu kommen, von der viele an Drogensucht leiden. Die Arbeit der
Gemeinschaft basiert sich auf einer Katholischen-Spiritualitäts-Therapie
oder ebenso Christus-Therapie genannt. In dieser Gemeinschaft
blieb ich drei Jahren, wobei sie mir sehr viel half. Obwohl ich nun meinen Kontakt
mit dem Heim der Mutter vollständig abgebrochen hatte, ließ unsere
Mutter Gottes nicht zu, dass das Heim aus meinen Gedanken verschwand.
Bereits während der ersten Tage meines Aufenthalts in der Gemeinschaft
in Italien entdeckte ich auf einem Zeitschriftenständer vor dem
Büro die Zeitschrift des Heims der Mutter. Es überraschte mich
sie dort zu sehen, aber ich war sehr glücklich darüber. Kam
ich nun während der nächsten drei Jahre ins Mutterhaus der
Gemeinschaft, so besorgte ich mir sofort die Zeitschrift, um sie zu lesen.
Obwohl die Gemeinschaft Cenacolo in mir einen großen Eindruck hinterließ,
erkannte ich meine Berufung zu dieser Gemeinschaft nicht, weshalb ich
sie vergangenen Sommer wieder verließ. So entschloss ich mich den
Jakobsweg zu gehen und danach Fatima zu besuchen und Gott bezügliche
meiner Berufung um Licht zu bitten. Ununterbrochen zeigten alle Zeichen
auf das Heim der Mutter hin. Schon zu Beginn meiner Pilgerreise in Lourdes
stieß ich auf einen Jungen namens Kevin Jones, der einige Zeit
bei den Dienern verbracht hatte.

Danach begegnete ich etwa auf halbem Weg einem weiteren Jungen, der ebenso
einige Zeit bei den Dienern verbracht hatte. Und am Ende des
Weges, kurz bevor ich in Santiago angelangte, erhielt ich ein weiteres
Licht Gottes. Ich frühstückte gerade mit einigen Freunden in einer Bar und
als ich einmal den Kopf erhob und auf den Fernseher blickte, sah ich,
wie der Kanal über das H.M. TV berichtete. Es ging um P. Rafael,
Teo und zwei Schwestern, denen ein Interview gemacht wurde. Da es auf
Spanisch war, verstand ich kein Wort, doch verspürte ich eine große
Freude, da meine Gedanken einmal mehr beim Heim waren.
Schließlich gelangte ich in Fatima an. Körperlich war ich
schon ziemlich müde und meine Schuhe vom vielen Laufen aufgebraucht.
Wo ich doch soweit von Santander entfernt war und ebenso von der Vorsehung
Gottes lebte, dachte ich, dass die Möglichkeit, das Heim der Mutter
zu besuchen, nun endgültig erlöscht war. So beschloss ich direkt
nach England zurückzukehren. Doch an meinem letzten Tag in Fatima
verspürte ich während der Hl. Messe, wie mich die selige
Jungfrau von neuem darum bat, ihr mein ganzes Leben zu schenken und nach Garabandal
zu fahren. Meine Antwort war, dass Sie mich während der nächsten
drei Tage dorthin bringen müsste, falls Sie es tatsächlich
so wünschte. Keinesfalls würde ich zu Fuß gehen. Nach
der Messe kehrte ich zur Herberge zurück, in der ich meine letzte
Nacht verbringen wollte. Dort sprach ich mit einem Polen und erklärte
ihm, dass ich am nächsten Tag nach Nordspanien weiterziehen wünschte,
weshalb er mir vorschlug, mit ihm und seinem Freund mitzufahren, befanden
sie sich doch auf dem Weg nach Paris. Augenblicklich schlug ich auf sein
Angebot ein und gab ihm meine letzten 15 Euro, die mir ein spanischer
Priester bei meiner Ankunff in Fatima gegeben hatte. Und am nächsten
Tag ging es ab nach Garabandal in Nordspanien, wo ich glücklicherweise
auf meinem Freund Andy Wrenshall stieß, der dort ein Haus bauen
ließ. Andy setzte mich mit dem Heim der Mutter in Kontakt und brachte
mich mit seinem Auto nach Barcenilla, Nähe Santander.
Im Heim der Mutter blieb ich nun bis kurz vor Weihnachten, um mit den
Brüdern das Leben und die Arbeit zu teilen. Ich fühlte mich
wie zu Hause und verspürte einen großen Frieden. Weihnachten
verbrachte ich mit meiner Familie, hatte ich doch vor, nach Weih-nachten
wieder nach Spanien zu reisen, mit der Hoffnung, in die Gemeinschaft
der Diener des Heims als Kandidat eintreten zu können, was danach
auch am 19. März, Fest des Hl. Josephs, zur Wirklichkeit wurde.
Um zu Ende zu kommen, kann ich sagen, dass ich Gott und Unserer Mutter
unglaublich dankbar bin, haben sie mich doch bis zum Heim geführt
und mir ermöglicht, Teil dieser Familie zu werden.
©Zeitschrift HM Nr. 30 Juli/August 2007
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