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Vergangenen April machte sich
eine Gruppe von Dienern des Heims der Mutter auf den Weg nach Ecuador,
wo
sie in
Playaprieta und in Chone den Gemeinschaften der Dienerinnen des Heims
der Mutter helfen sollten. Das Ziel der Reise war sowohl bei der apostolischen
Arbeit wie auch beim Bau verschiedener Gebäude zu helfen. Sie betreuten
die Jugend- und Erwachsenengruppe des Heims der Mutter und halfen bei
den bereits gestarteten Missionsprojekten mit.
In der Schule in Playaprieta, in der die Dienerinnen etwa 300 Kinder
betreuen, bauten sie für zukünftige freiwillige Helfer eine Wohnung aus,
die während einiger Zeit in der Mission mithelfen möchten.
In Chone schreitet das Landwirtschaftsprojekt mit Tierzucht und Früchteplantagen,
um die Speisesäle für arme Kinder mit diesen Nahrungsmitteln
zu versorgen, ununterbrochen vorwärts. Und da für die Hüterfamilie
der Landwirtschaft noch eine Unterkunft fehlte, arbeiteten die Diener ebenso
an diesem Wohngebäude.
Am 24. April dieses Jahres näherten wir uns dem Flughafen von Madrid,
um Kurs auf Guayaquil in Ecuador zu nehmen. Wir hatten vor, ein
Monat lang in einem von uns noch nie betretenen Land zu verbringen. Diesen
Monat wollten wir der apostolischen Arbeit und der Mithilfe bei verschiedenen
Projekten zur Unterstützung der Armen widmen. Voller großer
Hoffnungen und Begeisterung, wussten wir doch, dass wir den Willen Gottes
erfüllten, verließen wir Europa. An der Spitze stand P. Juan
Antonio und drei Novizen, die mittlerweile ihre ersten zeitlichen Gelübde
abgelegt haben: Br. Greggy, Br. Jose Luis und Br. Rene. Danach waren
noch Kevin (Kandidat) und ich, P. Dominik.
Nach der vierzehnstündigen Reise sank unser Flugzeug allmählich über
die Stadt Guayaquil hinab. Wer das Glück hatte neben dem Fenster
zu sitzen, verrenkten sich nun den Hals, um die ersten Eindrücke
Ecuadors zu bekommen. Es war ein unvergesslicher Anblick. Unter uns befand
sich ein Meer an eher niedrigen, äußerst armseligen Häusern,
die unter den mit Wolken bedeckten Himmel den Untergang der Sonne erwarteten.
Autos und Menschen bewegten sich wie kleine Ameisen, wobei ein jeder
seinen eigenen Weg folgte. Wir gelangten gegen sechs Uhr abends Ortszeit
und ein Uhr früh mitteleuropäischer Zeit an.

Nach dem Ausstieg warteten wir auf unsere großen und unglaublich
gefüllten Koffer. In Wahrheit brachten wir nur sehr wenig persönliche
Dinge mit, bestand doch unser Gepäck überwiegend aus Medikamenten
für die armen Kinder und Familien, denen es unmöglich ist,
für diese aufzukommen. Danach hatten wir noch jede Menge Bücher
für die von den Schwestern in Playaprieta geleitete Schule. Als
wir endlich alles beisammen hatten, näherten wir uns ziemlich müde
und halb taub vom Motorengeräusch dem Warteraum, wo uns Sr. Inmaculada
und Eliana (Kandidatin der Dienerinnen) bereits erwarteten. Auf dem Weg
zum Parkplatz erhielten wir gleich einmal den ersten guten Schlag jener „tötlichen
Hitze“ dieses Landes.
Genauestens den Anweisungen von Sr. Inmaculada folgend machten wir uns
gleich auf den Weg. Zwei Brüder und ich wurden in die Kabine des
Lieferwagens gepfercht und die anderen machten es sich auf der offenen
Ladefläche so bequem wie möglich. Hätten wir es nicht
gewusst, so wären wir uns spätestens jetzt bewusst geworden,
dass wir uns nicht mehr in Europa befanden. Der Lieferwagen sprang an
und tauchte bald schon im chaotischen Straßen verkehr der Stadt
unter, die wir wenige Augenblicke später wieder verließen,
um uns auf einer wunderschönen Friedensinsel, die Schönstadtgemein-schaft,
zu retten.
Nachdem wir uns etwas gestärkt und gebetet hatten, konnten wir endlich
einen tiefen Schlaf genießen. Diese Nacht litt keiner von uns an
Schlafproblemen, hatten wir doch einen langen Tag, eine schlaflose Nacht
und einen langen Morgen hinter uns.
Wieder etwas erholt, wurden wir am nächsten morgen von den verschiedensten
Vogelgesängen geweckt und bevor wir noch bei völligem Bewusstsein
waren, ging es mit dem Lieferwagen schon wieder weiter. Unser heutiges
Ziel war Chone, wobei wir ebenso einen kurzen Stop in Playaprieta machten,
wo unsere Schwestern eine Schule leiteten, in der sich Kinder von vier
bis sechzehn Jahren befinden. Dort sollten wir von Montag bis Freitag
arbeiten.
Als wir in Chone, wo sich die zweite Schwesterngemein-schaft befindet,
ankamen, erwartete uns ein traumhaftes Mittagessen, und wieder gestärkt
machten wir uns auf den Weg zur Landwirtschaft „Maria Elisabetta“.
Dort lernten wir Renan, einen sehr liebenswürdigen und fröhlichen
Jungen kennen, der uns die ganze Landwirtschaft zeigte. Es war wirklich
beeindruckend. Wir sahen die Hühner, die Schweine und unglaublich
viele Fruchtebäume und Pflanzen, deren Hauptziel die Ernährung
so vieler armer Kinder Chones ist.
Am nächsten Tag tauschten wir unser Ordensgewand mit den Arbeitskleidern
ein und halfen bei den verschiedensten und sehr bereichernden Arbeiten
auf der Landwirtschaft mit. Wir fütterten die Schweine, schlachteten
die Hühner, pflanzten Bananenbäume, richteten Zäune auf,
rissen einige Mauern nieder, bauten andere auf, legten Abwasserrohre,
gruben eine Senkgrube, legten Fliesen, mischten Beton, putzten Mauern,
etc. Eine wunderschöne Zeit, doch fehlte es auch an Augen-blicken
der Läuterung nicht, wie Fieber, Stichen von Moskitos und anderer
Insekten, Schnittwunden, Abschürfungen, usw., das heißt ideale
Gelegenheiten, um sie dem Herrn aufzuopfern. 
Vom geistlichen Gesichtspunkt aus gesehen, denke ich, dass unsere Reise äußerst
fruchtreich war. Wir nahmen an den Gruppentreffen der Jugendlichen auf
der einen Seite und der Erwachsenen auf der anderen Seite teil. Am letzten
Tag wurde den Kindern der Schule das Skapulier Unserer Lieben Frau auf
dem Berg Karmel auferlegt. Wie sehr doch die Menschen dieses
Landes nach Gott dürsten. Feierten wir an den Wochentagen die Hl. Messe in der
Pfarrkirche, so war diese täglich gefüllt. Die Menschen nahmen
an der Eucharistiefeier teil und viele von ihnen suchten ebenso das Sakrament
der Beichte auf.
Zutiefst ergreifende Erlebnisse, von denen ich vor allem eines berichten
möchte. Eines Tages näherte sich kurz vor der Messe ein älterer
Herr. Da noch immer Leute in der Beichteschlange standen, wir jedoch mit
der Messe beginnen sollten, bat ich den Herrn bis nach der Messe zu warten,
da es ansonsten zu spät würde. Er aber bestand höflich darauf,
noch vor der Messe zu beichten und erklärte mir, dass er schwer krank
war und nun über dreißig Jahre seit seiner letzten Beichte vergangen
waren. Die Messe fing an diesem Tag etwas später an; gelobt
sei Jesus Christus! Im Himmel gab es sicher eine sehr große Freude für
die Aussöhnung dieser Menschenseele.
Während all dieser Wochen kümmerten sich die Schwestern auf wundervolle
Weise um uns. Die dort von ihnen geleitete apostolische Arbeit ist einfach
wunderbar. Wo auch immer sie hingehen, strahlen sie die Liebe und die Freude
der seligen Jungfrau aus. Das Heim der Mutter lebt in diesem Land. Es ist
wunderschön die Früchte, wie Treue, Großzügigkeit
und Hingabe an den Willen Gottes zu sehen. Nicht im Geringsten zweifle
ich daran, dass Gott auch weiterhin die dort angefangene Arbeit segnet.
Unsere Zeit in Ecuador verging im Fluge, war äußerst intensiv,
jedoch voller reicher Erfahrungen und Emotionen. Unter uns herrschte eine
große Freude, Einheit und Hingabe. Wir konnten es kaum glauben, als
wir uns von neuem in der Warteschlange am Flughafen von Guayaquil befanden.
Zwei Stunden später erhob sich unser Flugzeug über die Stadt,
um unseren letzten Blick auf die im Abendlicht aufleuchtende Stadt zu werfen.
Danke Herr. Auf Wiedersehen Ecuador! Bis bald!
©Zeitschrift HM Nr. 30 Juli/August 2007
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