Mit
Offenem Herzem
Fünfzehn Mädchen der Universität Ave Maria
in Florida (USA) verbrachten einige Zeit in Ecuador, um bei
der Missions- und Evangelisationsarbeit mitzuhelfen, die die
Heim der Mutter Missionsgruppen in jenem Land verichten. Ihr
Aufenthalt dauerte etwa zwei Wochen, wobei sie für diese
Gelegenheit die Kar- und Osterwoche nützten.
Als Anfang dieser Reise konnten sie am ersten vom Heim der
Mutter organisierten Ostertreffen in Ecuador teilnehmen.
Das Treffen fand in Playa Prieta statt, wo die Dienerinnen
des Heims der Mutter eine Gemeinschaft haben. Die Landschaft
ist wundervoll, strotzt nur so von Leben, da der ständige
Regen üppiger Vegetation, tropischen Blumen und Tieren
Lebensraum schafft. Sie erfreuten sich ebenso des Reichtums
der Armut in ihren vielfältigen Aspekten, wie es Fehlen
von Wasser, Hitze, lästige Mücken, Platzmangel,
auf dem Boden schlafen, usw. sein kann. Doch trotz all dieser
Umstände, und vielleicht gerade aufgrund dieser Umstände,
kam es zu einer entsprechenden geistlichen Stimmung, in der
der Geist reichlich gespendet werden konnte, wie der oftmals
sinnflutähnliche Regen symbolisch zeigte. Gott offenbart
sich den Demütigen, jenen, die die Einfachheit suchen,
die sich seiner Handlung öffnen. In diesem Fall hattensich
die amerikanischen Mädchen die Base geschaffen, wodurch
es dem Herrn mögliche war, in den Herzen zu arbeiten.
„Die ganze Reise war ein großer
Segen. Ich liebte eben alles, das Ostertreffen, die Missionsarbeit
und ganz einfach in einem so wunderschönen Land
bei so erstaunlichen Menschen zu sein. Ein weiterer Segen
war es, mich während meinem Aufenthalt der seligen
Jungfrau weihen zu können. Es war wunderschön
all das mit dem Heim der Mutter zu erleben und mitleben
zu können, während ich den Kindern diente.“
Cori Wemhoff
Das Ostertreffen half den Mädchen, sich auf das Abenteuer,
das auf diesem ecuadorianischen Erdteil bereits auf sie wartete,
vorzubereiten. Eine unvergessliche Erfahrung, die sie in
ihrem Glauben stärkte, die ihnen dabei half, auf sich
selbst zu vergessen, um sich den anderen zu schenken, unter
sich und ebenso mit Gott eine starke Gemeinschaft zu bilden,
bei der sie die Armut und den Reichtum, die aus der Armut
hervorgeht, da sie jenen Dingen Wichtigkeit zumisst, die
sie tatsächlich haben, schätzen lernten. Hier sei
noch erwähnt, dass sie aus einer Wohlstands- und Konsumgesellschaft
mit allen möglichen Bequemlichkeiten stammen, einer
Gesellschaft, die dem Leiden um allen Preis auszuweichen
versucht.
„Die Leute Ecuadors haben mir sehr viel über
die freudige Annahme des Leidens gezeigt. Wir alle müssen
lernen, wie wichtig es ist,
die Bequemlichkeiten dieser Welt aufzugeben und einen
jeden Augenblick für die anderen zu leben. Sobald
wir die ecuadorianische Erde betraten, wurden wir mit
unglaublicher Liebe empfangen. Ich hoffe nun, diese selbe
Liebe mit meinen Mitmenschen teilen zu können. Mit
den Familien des Heims der Mutter sein zu können
und mehr über die Missionsarbeit zu erfahren war
ein unglaublich großer Segen! Unsere Welt benötigt
dringend großzügige Seelen, die sich vollständig
hingeben.“
Catherine Gagnier
„Im Vergleich zu den vielen Freuden, an
die ich mich jetzt erinnern kann, waren die Anstrengungen
und Schwierigkeiten echt nichts. Ich habe die Liebe zur
Armut, in all ihren Aspekten, als Mittel, um zu Gott
zu gelangen, entdeckt.“ 
Rose Deffenbaugh
„Eines Tages sagte eine Schwester zu mir: „Je
weniger sie haben, desto mehr geben sie.“ Dieser
Gedanke tauchte immer wieder in meinem Kopf auf und wurde
von Mal zu Mal augenscheinlicher. Einfach unglaublich!
Es ist eine wahre Lehre Menschen zu sehen, die weniger
haben als unsere „moderne“ Mentalität
als notwendig erachtet, aber viele Dinge besitzen, die
diese moderne Welt sucht und nicht besitzt, und zwar
eine große Freiheit und viel Freude.“
Cheryl de la Cruz
„Die Rückreise war sehr hart, da
ich mir bewusst wurde, dass ich nichts gegeben, jedoch
sehr viel empfangen habe. Niemals habe ich soviel Armut
gesehen.“
Caitlin Grant
Sie erlebten auf sehr lebendige Weise, wie die Liebe die
Universalsprache ist, die ein jeder versteht.
„Alle Menschen, die ich kennen lernte,
zeigten mir mehr Liebe und Großzügigkeit,
als ich mir jemals vorgestellt hätte. Gott zeigte
mir, dass wir nichts anderes als ein offenes Herz benötigen,
denn den Rest macht Er. Wir können Ihn an Großzügigkeit
einfach nicht überwältigen! Es gibt in dieser
Welt soviel zu tun! Es ist einfach wunderbar, was Gott
alles durch uns tun kann, lassen wir Ihn ganz einfach.
In diesem Sinne beeindruckte mich stark, wie die Schwestern
den Menschen Ecuadors die Hoffnung
bringen.“
Alison Van de Voorde
Trotz der sprachlichen Einschränkungen, der ersten
Kontaktaufnahme und der Anpassung an die neue Situation gliederten
sich die Mädchen von Anfang an rasch in die äußerst
unterschiedlichen Aktivitäten ein: Reinigung, Essensausgabe
in den öffentlichen Speisesälen für Kinder,
Aufsuchen der verschiedenen Häuser, um die Lebensmittelkörbe
für die armen Familien auszuteilen, mit dem Machete
Felder freilegen, Schweine und Hühner füttern und
pflegen, etc. So manch eine getraute sich selbst einige Hühner
zu schlachten, um sie unter den Speisesälen und den
armen Familien aufzuteilen.
„Wir fuhren zu einem dieser Kinderspeisesäle
und ich weiß, dass Gott dabei viele von uns berührte.
Meine unzureichenden Kenntnisse der spanischen Sprache,
mein blondes Haar und mein Lächeln war alles, das
ich benötigte, um ihnen eine Erinnerung für
das ganze Leben zu hinterlassen. Es war einfach unglaublich!
Bei einer Gelegenheit wollte sich ein kleines Kind mit
mir unterhalten, doch verstand ich absolut nicht, was
es mir sagen wollte, weshalb ich schnell betete: „Jesus,
hilf mir, dieses Kind zu verstehen, hilf mir, ihm Freude
zu schenken.“ Nach einigen Minuten kam es nochmals
zu mir, wobei es die Hände hinter dem Rücken
versteckt hielt und ich folgende Worte verstand: „Wie
viele Finger habe ich?“ Mit einem weiteren schnellen
Gebet antwortete ich: „Drei!“ Das Kind lächelte
nun von einem Ohr zum anderen und rief: „Ja, noch
einmal!“ Wir spielten so drei oder vier Mal, danach
verschwand es wieder im Getümmel. Danke Jesus.“
Cori Wemhoff
„Ich war vor allem von der demütigen
Art, mit der die Menschen gaben, ohne selbst viel zu
besitzen, beeindruckt. Sie kannten uns nicht, und doch
hatten sie uns gerne. Ebenso verspürte ich augenblicklich,
wie das Heim der Mutter eine große Familie ist,
in der ich mich ununterbrochen wie zuhause fühlte.“
Cecilia Boccardo
Danach begleiteten sie die Schwestern bei der schönen
und stärkenden Arbeit, wie es das Austeilen der Heiligen
Kommunion an die Alten und Kranken ist.
„Ich durfte eine Schwester dabei begleiten,
wie sie drei alten Menschen die Kommunion brachte. Und
ich beobachtete diese vor dem
Empfang der Kommunion. Sie hungerten unglaublichen nach
der Liebe Gottes!
Meine Gedanken wurden ebenso von der Tatsache,
mit dem Herrn durch eine ganze Stadt zu reisen, ohne dass
die Menschen davon wussten, angeregt. Ich überlegte,
wie demütig sich doch Gott machte, um in dieses kleine
Stück Brot zu kommen und die dunkelsten Winkel der
Welt aufzusuchen.“
Kira Lum
Ihre Großzügigkeit und Offenheit ermöglichte,
dass Gott in ihren Herzen arbeiten und ihnen eine unvergessliche
Erfahrung schenken konnte, von der nur Er weiß, wohin
sie führen wird.
©Revista HM º35 Mai/Juni 2008 |