ANTWORTE EHRLICH AUF MEINE FRAGEN

 

LIEBER PATIENT! WIE OFT LÄUFST DU TÄGLICH MIT EINEM BITTEREN ODER TRAURIGEN GESICHT UMHER? WIE OFT VERSPÜRST DU KEINE LUST DAS ZU TUN, WAS DU TUN MUSST? JAJA, MEIN FREUND, SCHÖN LANGSAM SEHE ICH DEIN PROBLEM. DIE WURZEL DEINER TRAURIGKEIT UND DEINER UNLUST IST DIE FAULHEIT.

1.- FÜR GEWÖHNLICH VERSPÜRE ICH FOLGENDES, RUFT MICH DIE SCHULPFLICHT:
Ich habe großen Gefallen daran, da es etwas sehr Gutes ist.
Ich empfinde schreckliche Erschöpfung, Langweile, Müdigkeit…
es ist einfach nicht zum Aushalten.

Obwohl es mir nicht wirklich Spaß macht, so stelle ich mich dieser Herausforderung mit Mut.

2.- FÜR GEWÖHNLICH VERHALTE ICH MICH SO:
Ich spreche viel über meine wundervollen Pläne, doch
letzten Endes vollbringe ich nichts von all dem.

Ich habe so viel zu tun, dass ich nicht einmal Zeit habe,
um darüber nachzudenken, was ich danach tun werde.

Ich lebe mit aller Gelassenheit, was ich zu einem jeden
Zeitpunkt zu tun habe.

3.- ICH HABE MICH GERADE AM SOFA AUSGESTRECKT UND SEHE MIR EINEN FILM AN, DOCH IST MIR AUFGRUND DER OFFENEN TÜR KALT, WAS TU ICH? 
Ich stehe schnell auf, um sie zu schließen.
Ich dulde die Kälte und warte solange, bis
 jemand rein kommt und die Tür schließt.

Ich decke mich so gut wie möglich mit den
Sofapolstern zu, und ist mir dann noch kalt,
so steh ich auf und schließe sie.

4.- WIE REAGIERE ICH, WENN DER WECKER
LÄUTET, DA ES ZEIT ZUM AUFSTEHEN IST?

Ich überlege nun mindestens eine halbe Stunde,
ob es tatsächlich der Wecker war oder ob ich
geträumt habe.

Ich schnelle wie eine Sprungfeder aus dem Bett.
Ich schalte ihn sofort wieder ab und beginne
danach mit meiner geistlichen „Arbeit“: Vorerst
stehe ich auf, danach wasche ich mich, ich nehme
das Frühstück zu mir und gehe …

5.- WIE VERHALTE ICH MICH VOR RELIGIÖSEN AKTIVITÄTEN WIE BETEN, ZUR HL.MESSE GEHEN, WERKE DER NÄCHSTENLIEBE, USW.?
Ich halte es für etwas ganz wundervolles, doch ist
es ehrlich schade, dass ich gerade in solchen
Augenblicken
so müde bin, dass ich es dann nicht schaffe.
Gott ist sehr gut. Er weiß, dass ich, bleibeich auch aufdem Sofa liegen, zu Ihm bete.
Ich tu alles Mögliche, damit Gott in meinem Leben den ersten Platz einnimmt, kostet es auch viel
Anstrengung.

 

DIAGNOSE DR. LUKE

Dir gebührt doch tatsächlich ein großer Applaus, da du kein Faulpelz zu sein scheinst. Es zahlt sich wirklich aus den anderen zu dienen, nicht wahr? Sicherlich kennst du junge Leute, die sich ständig langweilen. Sie langweilen sich, da sie oftmals schrecklich faul sind. Sie sind faul beim Aufstehen, beim Lernen, beim Helfen… Wünschst du Werke der Nächstenliebe zu vollbringen? So hilf ihnen mit deinem guten Beispiel, ihre Faulheit abzuschütteln, damit auch sie sich ihres Lebens erfreuen können. Wie traurig ist es doch, ein Faulpelz zu sein. Ein Faulpelz ist wie eine Pendeluhr ohne Pendel.

Sind wir in kleinen Dingen faul, so enden wir schon sehr bald im Laster der Faulheit. Ich hoffe, dass es noch nicht zu spät ist und wir dich heilen können. Die Faulheit löst einen Teufelskreis aus: Bist du faul, so tust du nichts, tust du aber nichts, so überkommt dich die Faulheit immer mehr. Nun ist es an dir, diesen Teufelskreis ein für alle Mal zu zerstören. Fehlt dir auch die Lust, so bete: „Herr, ich mach es für Dich! Maria, ich mach es für Dich! Jetzt gleich werde ich es tun!“ Und so hat auch die Faulheit keinen Platz mehr. Flüchte aber nicht von der Arbeit. Wie denkst du in das Reich Gottes zu gelangen, von dem Jesus sagte, dass es denen gehört, die sich anstrengen, falls du immer nur alles Bequeme suchst? Ich hoffe, dass du dich entschließt, dein Leben zu ändern, damit Jesus nicht auch zu dir sagen muss: „Du schlechter und fauler Knecht.“ (Mt 25,26)

Mein lieber Freund, die Faulheit hat dich bereits zum Sklaven gemacht. Um nicht lange um den Brei herumzureden: Du bist ein richtiger Faulpelz. Noch bevor du müde bist, möchtest du schon wieder rasten. Ich werde dir jetzt einige Begeisterungsspritzen verschreiben, damit du dich anstrengst, all jene Aufgaben gut zu erfüllen, um die dich Gott bittet. Ungemein wichtig ist, dass du zur Jungfrau Maria betest und dich vor dem Tabernakel hinkniest, in dem sich Jesus befindet. Gott hat dir viele Gaben und Talente geschenkt, damit du ein großer Mensch, ein großer Heiliger bist, und du lässt sie ganz einfach verkommen. Wo du doch ein Faulpelz bist, erzeugst du nicht die von Gott erhofften Früchte und wirst so immer ärmer. Noch dazu schädigst du ebenso andere damit. Bitte Gott, dir die Faulheit zu nehmen, ist sie ja eine der sieben Todsünden. Für Gott ist es etwas sehr einfaches, dich von der Faulheit zu befreien. Er verlangt von dir nichts anderes, als deinen Wunsch, dich zu ändern.



von Sr. Ana MĒ, S.H.M.

© HM ZOOM+ Nr. 38 April/Mai 2008

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