Heim der Mutter*

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Home Zeitschrift HM Bisherige Ausgaben Nr. 24 - Juli/August 2006 Zeitschrift HM - Eine Jugendliche, die in Verteidigung ihrer Reinhe starb
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martaEine Jugendliche, die in Verteidigung ihrer Reinhe starb

Sr. Paqui Morales, S.H.M.

Dieses junge Mädchen namens Marta wuchs in einer wahrhaftig katholischen Familie auf. Sie war jung, kannte Gott, liebte Ihn, suchte seinen Willen und folgendermaßen gehorchte Ihm auch. Hört man, dass ein Jugendlicher religiös ist und seinen Glauben lebt, so denkt man oftmals, dass er altmodisch und langweilig ist und keine Ahnung hat, wie man das Leben so richtig genießt. Doch ist das keinesfalls so.

1992 war Marta 22 Jahre alt und absolvierte ihr letztes Jahr in Journalistik, mit dem Spezialgebiet Bild und Ton. Sie war ein sehr hübsches Mädchen voller Enthusiasmus und Freude. Sie wünschte sich aus ganzem Herzen die Journalismuswelt in eine etwas reinere Atmosphäre umzugestalten. Außerdem genoss sie das Leben und wusste auch, wie man das auf gesunde Weise tut, denn sie war jung, kannte den großen Schatz, den sie in sich trug, nämlich die Reinheit, und wollte sie auf keine Weise verlieren.

Marta verstarb am 21. Jänner, Festtag der hl. Agnes, Märtyrerin der Reinheit. Die Umstände sahen folgendermaßen aus: Da Marta bereits während einigen Tagen vermutete, von jemanden verfolgt zu werden, ließ sie sich von einem Freund nach Hause fahren. Ihr Mörder erwartete sie in der Garageneinfahrt, gegenüber dem Lift, wo er von der Straße aus nicht gesehen werden konnte. Er entführte sie und brachte sie auf ein offenes Feld, wo er sie zu missbrauchen versuchte. Marta verteidigte sich mit all ihren Kräften während geraumer Zeit. Ihre Fingernägel waren abgebrochen und auf dem ganzen Körper waren von einem metallenen Gegenstand herbeigeführte Schläge sichtbar. Laut Polizei und Gerichtsmediziner leistete Marta bis zum letzten Augenblick Widerstand. Vierzehn Messerstiche waren notwendig, um ihrem Leben ein Ende zu machen. Durch ein Wunder starb Marta jungfräulich. Während dem Gerichtsverfahren gegen den Mörder, sagten einige junge Mädchen, die ebenso von ihm vergewaltigt worden waren, aus, dass er sie „nur“ vergewaltigte, weil sie keinen Widerstand leisteten. Aber Marta zog dem Verlust ihrer Jungfräulichkeit den Tod vor. Laut der Aussagen der Gerichtsmediziner erlitt Marta einen schrecklichen und sehr schmerzvollen Tod, da ihr Mörder auf schreckliche Weise seine ganze Wut an ihr ausließ.
marta Seit diesem Ereignis sind nun vierzehn Jahre vergangen. Und wo unglücklicherweise die Tugend der Reinheit immer
weniger geschätzt und selbst lächerlich gemacht wird, ist Marta auch weiterhin für die Jugendlichen von heute ein Vorbild. Das, wofür dieses zweiundzwanzigjährige Mädchen ihr Leben gab und selbst dazu bereit war, ein wahres Martyrium zu erleiden, verlieren andere Jugendliche beinahe unbewusst, aufgrund von Unbedachtheit, fehlender Bildung, Egoismus, schwachem Willen, Unwissenheit darüber, was die wahre Liebe ist, da es Mode ist, usw.

Viele Jugendliche meinen die Reinheit im Augenblick des Verlustes der Jungfräulichkeit zu verlieren, doch ist es nicht so.
Die Reinheit ist etwas unglaublich Großes, jedoch ebenso Zerbrechliches, das selbst bei gewissen Blicken, Worten, Gesten, Haltungen, Gedanken… verloren gehen kann. Nur die Starken, die dazu bereit sind, eine harte Schlacht gegen die „Welt“ und einem selbst zu führen, sind fähig, diese Tugend zu bewahren. Sie ist die Tugend jener, die sich selbst in der Hand haben und somit fähig sind, sich vollständig und freiwillig Gott zu schenken, indem sie sich Gott vollständig weihen oder indem sie eine Familie gründen.

Woher nahm Marta diese Kraft, auf solch heldenhafte Weise zu sterben?
Es herrscht absolut kein Zweifel darüber, dass jemand, der eine Handlung dieser Größe verrichtet, die die menschlichen Kräfte völlig übertrifft, die dafür benötigte Kraft von Gott empfangen hat. Marta lebte ein sehr starkes geistliches Leben, hatte einen geistlichen Leiter und ihre tägliche Gebetszeit. An der Seite Jesu war es, wo sie sich stärkte und ohne Zweifel lernte sie über den Wert der Reinheit von der Hl. Jungfrau Maria.

Auf Martas Grabstein steht geschrieben: „Denn hier sind wir nur auf Durchreise.“ Diesen Satz schrieb sie eine Woche vor ihrem Tod in einem Artikel der Tageszeitung ABC.

Marta lehrt uns dieses Leben mit dem Blick auf den Himmel zu leben.

©Zeitschrift HM º 24Juli/August 2006