Heim der Mutter*

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Home Zeitschrift HM Bisherige Ausgaben Nr. 18 - Juli/August 2005 Zeitschrift HM - Mamie und der Heilige Vater
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Mamie und der Heilige VaterMamie und der Heilige Vater

Mamie wurde am 12. Juli 1908 geboren und starb am 4. August 1994. Zeit ihres Lebens auf dieser Erde wurde die Kirche von mehrere Päpste regiert: Vom hl. Pius X., Benedikt XV., Pius XII., Johannes XXIII., Paulus VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II..
Mamie Ihre etwas dürftige oder besser gesagt nicht gehabte Glaubenserziehung hinderte sie daran während langer Zeit die Person des Heiligen Vaters wertzuschätzen. Noch mehr. Wie so viele andere getaufte Katholiken, die schuldhaft oder aus Ignoranz (in diese Kategorie ist Mamie einzustufen) nicht ihren Glauben leben, betrachtete sie die Hierarchie der Kirche als Superstruktur der Macht oder zumindest der Verwaltung.

Wir dürfen nicht vergessen, dass sich nach Mamies Bekehrung alles ändert.

Obwohl Mamies Schwester dem Orden „Töchter der Nächstenliebe“ angehörte, und Mamie sie bei der Entscheidung den Armen zu dienen respektierte und unterstützte, verstand sie das Ausmaß des Geheimnisses der Heiligkeit und des Lebens der Kirche nicht. Das Sichtbare der Kirche legte sie auf oberflächliche und ungehobelte Weise aus, war diese Auslegung auch von Grund auf aus Unwissenheit entstanden.
mamie Doch all das änderte sich, als sich der Herr würdigte, sie mit seiner Gnade zu erleuchten und ihr das Geheimnis der Kirche zu offenbaren.
Sie persönlich erzählte mir davon. Es handelte sich dabei um eine so große Gnade, dass es ihr unmöglich war, all die mit Bitterkeit geführten Gespräche und Beschuldigungen gegen die Kirche zu ertragen. Nun mamiebetrachtete sie die Kirche in ihrer Dimension der Heiligkeit als jungfräuliche Braut Christi, geschmückt wie die Braut sich für den Bräutigam schmückt. Aus diesem Grund ist es nicht mehr sonderbar, dass nach ihrer Bekehrung gegen Ende des Jahres 1954 sich ihre Auffassung der Person des Heiligen Vaters radikal änderte. So schrieb sie zum Beispiel am 8. Dezember 1954 in einem Brief an ihre Schwester über die Schließung des Marienjahres, von Papst Pius XII. vollgezogen, folgende Worte: „Liebe Schwester! Wir schreiben dir während einem Augenblick unglaublicher Schönheit. Mama und ich hören gerade die Übertragung der Schließung des Marienjahres in der Basilika Santa Maria Maggiore an. Wie du siehst, hätten wir keinen besseren Augenblick auswählen können. Seine Heiligkeit spricht in diesem Augenblick. Sehr berührend. Nun hat er gerade abgeschlossen! Die  feierliche Zeremonie ist zu Ende.“
Mamie Man sieht, mit welcher Bewunderung sie den Heiligen Vater Papst Pius XII betrachtete.

Ab diesem Zeitpunkt habe ich sie immer mit einer unglaublich großen Liebe zum Heiligen Vater gesehen, wer dieser auch immer war.
mamie
Im Sommer 1975 fuhr ich zum ersten Mal mit Mamie nach Rom und ich habe sie noch mit unglaublicher Freude in tiefem Gebet in Erinnerung, als seine Heiligkeit Paulus VI. auf dem hinteren Teil des Papamobils einige große Weinreben in seiner Hand hielt. Ich hörte, wie Mamie immer wieder wiederholte: „Armer Märtyrer des Vatikans!“
Mamie vernahm auf beinahe spürbare Weise das Leiden jenes Hirten der Kirche, der während eines Augenblicks überaus großer Krise diese zu leiten hatte. Mamie schloss sich dem Leiden des Papstes nicht nur auf theoretischem Niveau, sondern auf existentialem Niveau an. Sie opferte all ihre körperlichen und geistlichen Leiden und ihr ganzes Gebetsleben für den Heiligen Vater auf, damit er diesen Weg der Selbstaufopferung für die Kirche fortsetzen konnte.
Es gäbe noch sehr viel über Mamies Liebe zum Heiligen Vater zu sagen, doch können wir dies bei einer weiteren Gelegenheit fortsetzen.

©HM Nr. 18 Juli-August 2005