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Wie ich das Heim kennen lernte?… Ich würde eher sagen, dass das Heim mich kennen lernte. Ich erkläre: Mein Vater war bereits während seiner Jugendzeit ein sehr enger Freund Mamies. Seine ganze Freizeit verbrachte er in ihrem Haus. Mamie war später auch auf seiner Hochzeit und als ich zur Welt kam, schenkte sie mir eine Medaille. Wie ihr seht, hatte ich noch bevor ich es überhaupt wusste, Kontakt mit der, die das in die Erde gelegte und aufgeopferte Weizenkorn sein würde, das als Frucht das Heim produzierte. Das Heim war, noch bevor es gegründet wurde, bereits ein Teil meines Lebens. Welch großes Glück ich doch habe, nicht wahr?

Um davon zu sprechen, wie ich das Heim kennen lernte, muss ich vorerst darüber sprechen, wie meine Schwester, Sr. Estela, das Heim kennen lernte.

Sie nahm an einigen Schweigeexerzitien teil, die P. Felix (Diener des Heims der Mutter) gegen Ende des Jahres 1995 leitete. Während diesen Exerzitien kochten einige Dienerinnen des Heims und ebenso nahmen einige Jugend-liche aus der H.M. Jugendgruppe an den Exer-zitien teil. Estela verliebte sich so sehr in die Spiritualität des Heims, dass sie voller Enthu-siasmus wieder nach Hause zurückkehrte.

Während dieser Zeit gehörte sie der Charismatischen Bewegung an, weshalb ich bereits daran gewöhnt war, sie von Gott sprechen zu hören. Und wie es oft so ist, war ich persönlich den geistlichen Dingen gegen-über etwas gleichgültig. Es war bereits ge-raume Zeit vergangen, dass ich mich von den Sakramenten entfernt hatte und der Herr zu jemand wurde, der, falls Er tatsächlich exis-tierte, zu weit entfernt war, um in meinem Leben ein Wörtchen zu sagen zu haben.

Der Herr war so derartig barmherzig mit mir, dass ich bereits mit 13 Jahren das Vergnügen hatte, das Heim kennen zu lernen. Und zwar durch meine Schwester Ana. Sie machte sich auf nach Cuenca, um dort die Sozialarbeiterausbildung zu machen, gab es doch in Ciudad Real, meiner Heimatstadt, keine Möglichkeit dazu. Wie es die göttliche Vorsehung so wollte, traf sie dort mit zwei Kandidatinnen der Dienerinnen des Heims der Mutter zusammen, die sie einmal bei den Schwestern zum Essen und wieder ein anderes Mal zu Einkehrtagen, usw. einluden. Um die lange Geschichte kurz zu machen, sie war so sehr vom Heim begeistert, dass sie an jenem Wochenende, an dem sie zum ersten Mal nach Hause kam, nichts anderes tat als vom Heim zu sprechen. Das Wort Heim hatte für mich zu diesem Zeitpunkt keinen andere Bedeutung als das Altersheim, das sich in der Nähe meines Hauses befand und in welches die Omas und Opas gingen, um eine Runde Karten zu spielen und einen angenehmen Nachmittag zu verbringen. Ich bemerkte, dass in meiner Schwester ein Wandel vor sich ging, doch drangen meine Gedanken nicht tiefer in das Geheimnis ein, als zu sagen: „Armes Schwesterchen, wer hat ihr doch nun schon wieder den Kopf mit Vögelchen gefüllt.“

Stets definieren wir das Heim als „das Geschenk, das der Herr seiner Mutter Maria machen möchte“. Und alle, die wir dem Heim angehören, fühlen wir uns als jene bevorzugten Seelen, die Unsere Mutter für sich ausgewählt hat. Ich glaube, dass mich Maria an dem Tag unter ihrem Schutz nahm, als mich meine Eltern noch als Kleinkind Unserer Lieben Frau von Saragossa weihten.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wer mich die drei „Gegrüßet seist du, Maria“ vor dem Schlafengehen zu beten gelehrt hat, doch das Salve Regina (Sei gegrüßet, o Königin) lehrte mich meine Lehrerin. Und obwohl ich die Bedeutung dieses Gebetes nicht wirklich verstand, betete ich es ebenso vor dem Schlafengehen, da es mir so gut gefiel. Ich erzähle all das, da ich glaube, dass diese ersten Gebete das Fundament meines zukünftigen Lebens waren.

ana-isabelEs ist nicht einfach darüber zu schreiben, wie ich das kennen lernte, was in meinem Leben so wichtig war. Ich möchte mit einem Erlebnis beginnen, das ich während einigen Schweigeexerzitien hatte, als ich über das Heim der Mutter nachdachte. Ich hatte jenens Szene des Kalvarienberges vor meinen Augen, als Jesus am Kreuz hing, wobei Er von seiner Mutter Maria und dem hl. Johannes, dem Jünger den Er liebte, begleitet wurde. Und zwar jenen Augenblick, als Er seine Mutter dem hl. Johannes „schenkt“. Dieser Augenblick war für mich ebenso der Augenblick der Geburt des Heims. „Das Geschenk, das der Herr seiner Mutter machen möchte.“ Hier war es, wo ich den Sinn „Geschenk zu sein“ entdeckte. Vom Kreuz her schenkt uns der Herr das Größte, das Einzige und das Wichtigste, das Er in diesem so schmerzhaften Augenblick besitzt: seine Mutter. Im hl. Johannes sehe ich die ganze Jugend widergespiegelt. Für mich entspringt das Heim dem Kreuz, wo es zum Geschenk der hl. Jungfrau wird.

cris-y-sole-2-articuloEhrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich mit meiner Geschichte „Wie ich das Heim kennen lernte“ beginnen soll. Vielleicht ist es gut, wenn ich erstmals ein wenig über meinen Bekehrungsweg spreche.

Zu Beginn sei gesagt, dass ich stets katholisch war. Ich kam in einer jener katholischen Familien zur Welt, in der die Mutter gläubig ist und der Vater sich als Agnostiker deklariert. Soweit ich in meinen Erinne-rungen zurückschweifen kann, besuchte ich stets die Sonntagsmesse, wenn auch nicht immer in Begleitung meiner Mutter; all die Male, bei denen uns mein Vater begleitete, kann ich mit beiden Händen zählen. Ich hatte die Möglichkeit den Erstkommunionunterricht und ebenso den Firmunterricht zu besuchen und die Sakramente zu empfangen. Ich muss zugeben, wie ich mir nach und nach darüber bewusst werde, wie Gottes liebende Hand immer wieder in mein Leben eingriff, indem Er mir die geeigneten Menschen und Situationen in den Weg stellte, die mir immer wieder weiterhalfen.

Meinen ersten Kontakt mit dem Heim der Mutter hatte ich vor sieben Jahren. Ich hatte gerade eine harte Zeit, weshalb ich wieder zu meinem Glaubensleben zurückgekehrt war.

Wie ich so die Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit entdeckte und mich von dieser stark angezogen fühlte, durchlebte ich eine wahre Bekehrung, bei der ich auf ganz persönliche Weise die unendliche Liebe Gottes erfuhr, die Er für einen jeden einzelnen von uns übrig hat. Dies brachte mich auf einen völlig anderen Weg, als ich bis zu diesem Augenblick zurückgelegt hatte. Ich war so sehr meines Lebens müde, dass ich sogar Selbstmord-gedanken hegte und nicht zu erklären wusste weshalb. Blicke ich jetzt zurück, so erkenne ich, dass der Grund in der Falschheit und der Leere meines Lebens lag, das ich in der Illusion und Lüge lebte, die uns die Welt vorgaukelt und wir oftmals ohne zu überlegen mit beiden Händen umarmen. Ich war völlig verloren und ohne Leben. Gott holte mich aus diesem schwarzen Loch wieder heraus, weshalb ich Ihm aus ganzem Herzen dankbar bin.

michael-gardner

Dieser Artikel bedeutete für mich ein durchaus schwieriges Unternehmen, hatte doch das Heim in erster Linie für mich selbst und danach für meine ganze Familie eine tiefgreifende Auswirkung.

Wie bereits viele von euch wissen bin ich seit 21 Jahren mit Cynthia verheiratet. Aus unserer Ehe entstammen drei wundervolle Kinder. Sr. Kristen, die in die Gemeinschaft „Dienerinnen des Heims der Mutter“ eintrat; Laura, die ihr erstes Jahr auf dem Thomas Aquinas College in Santa Paula, Kalifornien, absolviert; und Sarah, die 17 Jahre alt ist und ihr vorletztes Jahr auf dem Gymnasium ablegt. Ich selbst bin ein nomadischer Manager.

Dieses Mal sprechen wir mit drei Jugendlichen, die der Laiengemeinschaft angehören. Wir lernten sie zur Zeit des Todes von Johannes Paul II. in Rom kennen. Sie kamen von Spanien angereist, um ein letztes Mal beim Heiligen Vater zu sein. Das Heim der Mutter verbrachte mit ihnen einen Tag, wobei sie uns in ihr Leben als verpflichtete christliche Jugendliche Einblick gewährten.

Vor einiger Zeit hörte ich einen Priester über das Vertrauen zu Gott sprechen, wobei er über eine wahre Begebenheit berichtet, um uns das Thema auf diese Weise verständlicher zu machen, und ehrlich gesagt, stimmte sie mich ungewöhnlich nachdenklich.

Die Geschichte ereignete sich vor einigen Jahren in der Ukraine, als die Christenverfolgung in jenen Ländern noch immer an der Tagesordnung stand. Heutzutage hat sich die Situation der Ukraine Gott sei Dank etwas gebessert und die Kirche erlebt wieder ein kleines aber sicheres Wachstum. Doch zu früheren Zeiten war die Verfolgung einfach unglaublich. Mit allen nur möglichen Mitteln versuchte man den Glauben, den in der Kirche wirkenden Geist zu zerstören. Beinahe alle Priester wurden entweder in ein Arbeitslager Sibiriens, oder gar ins andere Leben hinüber befördert. Die Geschichte, die ich euch nun weitergeben möchte, handelt geradezu über einen dieser Priester, der nach Sibirien verfrachtet wurden. Man führte ihn, gemeinsam mit vielen anderen Menschen, die alle eines schweren Verbrechens beschuldigt wurden, nämlich des Verbrechens Christ zu sein, ins Lager. Da sie eine lange Reise hinter sich hatten, die mit nicht allzu wenigen Leiden verbunden war, konnte er während seiner ersten Nacht in Sibirien keinen Schlaf finden.

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