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Mamie und die Priester und BischöfeMamie empfing die Sendung, für die Priester zu beten und sich aufzuopfern. Unsere Mutter war es, die ihr ihre geistlichen Söhne gab, wie sie selbst mir erklärte. Und im Laufe ihres Lebens erschienen durch Gottes Vorsehung und keinesfalls auf zufällige Weise nach und nach jene, für die sie beten und sich selbst aufopfern musste. Es waren vor allem Priester, doch auch drei Bischöfe befanden sich unter diesen. Stets war Mamie ihrer Sendung treu und vernachlässigte diese niemals, wusste sie doch, was der Herr von ihr erwartete.

Unsere Mutter ließ sie wissen, dass sie neunund-neunzig geistliche Priestersöhne haben werde. Den ersten empfing sie in Lourdes. Er gehörte dem Pavonianerorden (vom hl. Ludovico Pavoni gegründet) an, und hieß Enzo Bianchi. Der letzte geistliche Sohn war P. Felix Lopez, den sie am selben Tag seiner Diakonweihe am 13. Juli 1993, ein Jahr vor ihrem Tod empfing. Ich war die Nummer dreiundvierzig.

Wie ihr vielleicht schon wisst, befinden wir uns in Festtagsstimmung. Seit unserer Gründung sind nun 25 lange, jedoch tröstliche Jahre vergangen. Am 29. Juli 1982 begannen sechs junge Mädchen mit diesem Abendteuer. Rufe ich nun die Namen Ana Campo, Reme Rodriguez, Conchi Garcia del Pino, Esmeralda Perez, Mavisa Gomez und Marivi Corroto in Erinnerung, so rufe ich ebenso den Namen Mamie in Erinnerung. Gemeinsam mit Pablo Concepcion, der uns während jenen wunder- vollen Tagen begleitete, nahm sie untrennbar an jener Pilgerreise teil.

Mamie erfreute sich wie niemand anderer über diese Gründung, hatte auch niemand anderer für diese so viele Opfer dargebracht.

von D. Rafael Alonso

Über Mamies Hüte zu sprechen scheint beinahe eine Oberflächlichkeit zu sein.

Wir können uns jetzt fragen, wie wir über die Hüte eines Menschen sprechen, wollen wir mehr über das Geistesleben dieser Person erfahren?

Ich kenne Mamies Hüte nur aufgrund von Hinweisen, das heißt, aufgrund vertraulicher Mitteilungen, die sie mir gemacht hatte. Sie erklärte mir, dass sie eine grüne Baskenmütze besaß, da Grün eine ihrer Lieblingsfarben war. Weiters hatte sie einen breiten Damenstrohhut, einen so genannten Florentiner, der für ihren Geschmack jedoch etwas zu auffällig war. Mamie versuchte eben immer im Schatten zu stehen.

Von P. Rafael Alonso

Eines Tages erklärte mir Mamie: „All unsere Reisen führen zu Wallfahrtsorten unseres Herrn und unserer Mutter oder zu irgend einem Heiligen.“

Und so war es auch.

Alle Reisen die Mamie und ich unternahmen, waren für die Begegnung mit dem Heiligen, das heißt, dem Bedeutsamen, dem Grundsätzlichen bestimmt. Doch diese Reisen führten uns nicht nur zu spanischen Wallfahrtsorten, sondern selbstverständlich auch in anderen Ländern.

Von P. Rafael Alonso

Noch sehe ich Mamie vor mir in ihrem Sessel sitzen und beten. Sie betete ununterbrochen. Hatte sie auch etwas zu tun, konnte man beobachten, wie ihre Seele mit Gott vereint war. Sie haftete an Ihm, trennte sich nicht einen Augenblick von Ihm.

Das Krankenapostolat hatte ein Heiligenbildchen mit einem Gebet veröffentlich, das Mamie unglaublich schön fand. Die Überschrift lautete „Gebet, für die Zurücklegung des letzten Lebens-abschnittes“, oder so ähnlich.

von P. Rafael Alonso Reymundo.

Das Menschenleben definiert sich mit der Zeit mehr durch das, was wir nicht mehr tun können, als was wir noch tun können.

Sehr oft habe ich aus dem Mund älterer Menschen folgendes hören können: „Nütz die Zeit jetzt aus, wo du noch jung bist, denn wenn du einmal mein Alter erreicht hast, ist es bereits zu spät.“. Grundsätzlich beziehen sie sich dabei auf materielle Wonnen, körperliche Freuden oder der Zufriedenstellung von den drei Wünschen: Macht, Besitz und Vergnügen.

Mamie

Von P. Rafael Alonso

Am 25. Jänner 2006 überreichte Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. der ganzen Kirche seine erste Enzyklika „Deus Caritas Est“. In ihr erklärt uns der Heilige Vater das die eigentliche christliche Liebe sich als Apape Kommunion, Dienst und uneigennützige Liebe sieht.

Falls Mamie irgendwie anders war, so war es wegen ihrer Fähigkeit zu lieben.

Während dem Gebet fragte sie einmal unsere Mutter Gottes: „Geliebte Maria, keine Art an Leiden ist mir im Leben erspart geblieben, Ich hatte sie alle, körperliche, moralische und geistliche Leiden.“.

Von P. Rafael Alonso

Mamie träumte stets davon, eines Tages eine Familie mit vielen, vielen Kindern zu haben. Mindestens zwölf müssten es sein. Sie schätzte das Leben über alles. Sie selbst stammte aus einer vierköpfigen Familie – Vater, Mutter, Schwester und sie selbst – zu der noch die Großmutter hinzukam. Sie wusste sehr genau, was eine kleine Familie war, und doch neigte sie beim Planen einer Ehe und bei der Gründung der Familie zu einer großen Familie. Ihr Herz war so groß, dass sie mit dem Ehemann und ein oder zwei Kindern nicht genug hatte.

Und doch ermöglichte Gott es ihr nicht, diese Familie ihres Wunsches zu haben. Sie heiratete noch sehr jung Francois Treuttens, wobei man während ihrer zweiten Schwangerschaft, nachdem sie ihre Tochter Simone heil zur Welt gebracht hatte, eine schlimme Entdeckung machte. Es handelte sich um eine Extrauterinschwangerschaft. Als Folge davon musste sie unbedingt operiert werden. Neben anderen keinesfalls geringwertigen Folgen war das Ergebnis dieser Operation, dass sie keine weiteren Kinder haben konnte.

von P. Rafael Alonso

Am vergangenen 1. September dieses Jahres befanden wir, P. Felix Lopez Lozano, Br. Jose Javier Martins de Passos und ich, uns gegen 11 Uhr morgens in einem Spitals-zimmer in Verona, wo wir die Hl. Eucharistie feierten.

Am Vortag hatten wir aufgrund eines Telefonanrufes eines italienischen Freundes, der uns über den schlimmen Gesundheits-zustandes von P. Enzo Bianchi - geistlicher Sohn Mamies und guter Freund des Heims der Mutter - informierte, gegen 7 Uhr in der Früh überstürzt Spanien verlassen.

Er befand sich im Radiographieabteil. So betraten wir sein Zimmer und begrüßten die dort anwesenden: Don Giuseppe, P. Enzos Oberer, zwei Mädchen, einen Bur-schen, die Frau Doktor Ana, eine Ordens-schwester, die ihn pflegte, und eine Psycho-login des Spitals.

Von P. Rafael Alonso

Mamie spricht über ihre ersten Arbeiten, bevor sie unheilbar blind wurde und bevor sie Francois Treuttens heiratete: „Eine meiner ersten Arbeiten war Schneiderin in einer Schneiderwerkstatt, wo wir weiße Kleider nähten, die nach England ge-schickt wurden.

Vorher muss ich noch sagen, dass ich nähen nie im Leben mochte. Und außerdem interessierten mich zu dieser Zeit die Röcke und Frauenkleider überhaupt nicht. Aber schließlich musste ich ja arbeiten gehen. Und seit ich dort war machte ich nichts als Ungeschicklichkeiten, einer nach der anderen. Ich wurde aber nicht hinausgeworfen, denn die Sekretärin der Besitzerin hatte Mitleid mit mir. Sie sah, dass ich lieber die Botengänge machte, Nachrichten überbrachte, zur Post oder zum Bahnhof ging, dass ich lieber alles andere machte, nur nicht nähen. Deshalb warf man mich nicht hinaus aus der Fabrik, wie ich es verdient hätte, denn es waren schlimme Sachen, die ich in meiner Ungeschicklichkeit anstellte.“

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